Technologie-Führer im Telekom-Markt

Die Telekommunikations-Branche hat sich in den vergangenen Jahren als schweres Pflaster erwiesen. Gerade bei den großen Anbietern stagnierten die Renditen teilweise deutlich. Es gibt aber auch Unternehmen hinter den Kulissen, die haben mehr zu bieten.

Ein gutes Beispiel ist Qualcomm. Qualcomm wurde 1985 von Irwin Jacobs gegründet und gilt als Pionier des Mobilfunkstandards CDMA. Dabei handelt es sich um eine digitale Übertragungstechnik, mit der mehrere Nachrichten gleichzeitig übertragen werden können.

Daneben bietet das Unternehmen innovative Chipsätze und andere Komponenten für Handys an. Die CDMA-Technologie wurde bereits an weltweit über 165 Telekom-Systemherstellern lizensiert.

Wettbewerbsrecht: Es drohen empfindliche Geldbußen

Qualcomm hat sich in den ersten 9 Monaten hervorragend entwickelt und den Umsatz um 7,7% gesteigert. Die Wachstumsstrategie geht auf. Es wurden wichtige Erfolge erzielt. Beflügelt von dem starken Smartphone- und Tabletgeschäft haben sich die Geschäfte besser entwickelt als erwartet.

Der Gewinn legte um 16,1% zu. Neben seinen innovativen Produkten überzeugt Qualcomm mit hohen Marktanteilen, seinen starken Partnerschaften und der globalen Marktstellung.

Doch genau darin liegt das Problem. Die Klagen häufen sich – der Verdacht: zu viel Marktmacht. In China wurde nicht lange gefackelt. Die zuständige Aufsichtsbehörde droht mit einer Kartellstrafe über 1 Mrd $. Qualcomm soll gezielt seine Monopolstellung ausgenutzt haben.

Der Konzern gab keine detaillierte Stellungnahme ab, möchte aber mit der Regulierungsbehörde kooperieren. Auch in Europa bahnt sich ein Verfahren an. Anlass für die Untersuchungen der EU-Wettbewerbshüter war eine Klage einer NVIDIA-Tochter.

Qualcomm werden massive Wettbewerbsverfälschungen vorgeworfen. Kommt es zu einer Verurteilung, drohen weitere 2,5 Mrd $ Strafe. Losgelöst von den Rechtsproblemen ist Qualcomm aber hervorragend aufgestellt und glänzt mit seinen enormen Wachstumspotenzialen.

Die langfristigen Verträge mit den großen Endgeräte-Herstellern wie Apple oder Samsung sind dabei sichere Häfen. Zugleich vertraut Qualcomm auf seine innovativen Datenchips. Der neue Snapdragon-Prozessor wird auch künftig die Konkurrenz in den Schatten stellen.

Qualcomm ist gut aufgestellt

Hinzu kommt bei Qualcomm eine solide Dividende von 2%. Zwar wirken die Vorwürfe hinsichtlich der Wettbewerbverzerrungen ernst, doch wird diese Phase am Unternehmen vorbei gehen.

Viel wichtiger ist die klare technologische Marktführerschaft und die starken Allianzen in der Branche. So wird Qualcomm auch in Zukunft eine gute Entwicklung nehmen.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung, Negativ-Nachrichten wegen der Rechtsstreitigkeiten sind aber möglich.

9. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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