Technotrans: Aktie des Technologie-Konzerns schießt nach Zukauf auf neues Allzeithoch

Ein einfaches Branchen-Umfeld kann man dem deutschen Mittelständler Technotrans wahrlich nicht bescheinigen.

Denn mit der Druck-Industrie kam einer der wichtigsten Abnehmer-Märkte für Technotrans in den vergangenen Jahren stark unter die Räder.

Mehr als 20 Jahre belieferte die Firma nämlich in erster Linie Druckmaschinen-Hersteller mit innovativen Produkten.

Doch mit dem Einsetzen der Krise in der Branche brachen auch bei Technotrans die Geschäfte regelrecht ein.

Das Ergebnis war ein Erlös-Rückgang um 40% von 2007 bis 2012 und eine auf 3,41% halbierte Gewinn-Marge.

Neuausrichtung treibt Aktienkurs nach oben

Doch seit einigen Jahren hat sich der Konzern neu aufgestellt und deutlich unabhängiger von der Druckbranche gemacht. Mit dem jüngsten Zukauf der Unternehmensgruppe Gwk wird der Umsatzbeitrag der Branche weiter sinken.

Die Anleger feierten die strategische Neupositionierung vorab und schoben den Anteilspreis auf ein neues Rekordhoch. Mittlerweile summieren sich die Kursgewinne auf beeindruckende 160% in den vergangenen zwei Jahren.

Spezialist für Flüssigtechnologien

Technotrans hat sich mittlerweile auf Systeme und Dienstleistungen im Bereich der Flüssigkeits-Technologien spezialisiert.

Im Produkt-Geschäft, das bislang mehr als die Hälfte der Umsätze ausgemacht hat, adressieren die Münsterländer in erster Linie die Druck-Industrie und sehen sich in ihrer Nische als Weltmarktführer.

Angeboten werden hier diverse Peripherie-Maschinen für den Druckprozess, etwa zur Feuchtmittel-Aufbereitung und Farbwerk-Temperierung im Offset-Druck oder zur Kühlung im Digital-Druck.

Daneben finden die Technologien zunehmend auch außerhalb der Druck-Industrie Anwendung:

  • Mit der Akquisition der Termotek gelang dem Unternehmen der Sprung ins Geschäft mit Kühlsystemen für Hochleistungs-Laser.
  • Abgerundet wird das Portfolio durch ein Service-Geschäft (Wartung, Installation, Schulung, etc.), das rund 1/3 der Konzern-Erlöse beisteuert.

Zuletzt erzielte Technotrans bei einem Jahres-Umsatz von 122,8 Mio. Dollar einen Gewinn von 6,3 Mio. €. Dies entspricht einer Gewinn-Spanne von 5,10%.

Neuer Zukauf treibt Diversifizierung voran

Mit dem gerade verkündeten Zukauf der gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik in Meinerzhagen setzen die Münsteraner Ihre Diversifizierung konsequent fort.

Der Kaufpreis liegt im unteren 2-stelligen Millionen-Bereich und soll sowohl mit Eigen- als auch mit Fremdmitteln finanziert werden.

Gwk bietet Produkte und Dienstleistungen für die industrielle Kühlung und Temperierung an und erzielte zuletzt mit rund 380 Mitarbeitern einen Jahres-Umsatz von 45 Mio. € (vs. Technotrans: 122,8 Mio. €).

Die Vorsteuergewinn-Marge schätzen Analysten auf rund 3% – und damit deutlich niedriger als bei Technotrans (7,3%). Allerdings sollte die Profitabilität wegen Einmal-Effekten auf mittlere Sicht deutlich optimierbar sein.

Unterm Strich dürfte die Transaktion also deutlich positiv für Technotrans sein. Mit der Akquisition erreicht Technotrans bereits jetzt sein mittelfristiges Ziel, mindesten 50% der Umsätze außerhalb der Druck-Industrie zu erzielen.

Damit dürfte das Technologie-Unternehmen zukünftig die Abhängigkeit von Konjunktur-Schwankungen weiter reduzieren.

19. August 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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