Technotrans-Aktie: Warum die Aktie von einem Rekordhoch zum nächsten eilt

„Wenn es läuft, dann läuft es.“ – Kein Spruch passt im Moment besser auf den deutschen Nebenwert Technotrans.

Die Jahre, in denen die Anleger den Maschinenbau-Zulieferer wegen seiner hohen Abhängigkeit von der krisengeschüttelten Druckbranche mieden, sind längst passé.

Die Diversifikation und Neuausrichtung des Konzerns hat sich allemal ausgezahlt und dürfte selbst die anspruchsvollsten Aktionäre zufriedenstellen.

Immerhin haben die Papiere in den vergangenen 5 Jahren um fast 600% an Wert zugelegt. Nach den gerade vorgelegten Quartalszahlen hat die Aktie abermals ein neues Rekordhoch markiert.

Dabei stehen auch die weiteren Aussichten für Technotrans gar nicht mal schlecht – gut möglich also, dass die Erfolgsgeschichte noch nicht zu Ende ist.

In der Nische erfolgreich

Der seit 1998 gelistete Maschinenbau-Zulieferer ist ein Technologie-Unternehmen mit den Kernkompetenzen Kühlung und Filtration von Flüssigkeiten.

Knapp die Hälfte des Umsatzes werden mit dem Bereich Technology, also mit Peripherie-Geräten für Druckmaschinen sowie zunehmend für neu adressierte Märkte generiert.

Der restliche Umsatz entfällt auf das Segment Services. Neben dem produktbegleitenden Service für die Peripherie-Geräte ist hier das Geschäft mit Dokumentation und Software enthalten.

Abhängigkeit vom Druckmaschinen-Markt deutlich gesunken

Technotrans befindet sich im Wandel: Der einstige Zulieferer für die Druck-Industrie hat sich über die Jahre zu einem breit aufgestellten Maschinenbauer entwickelt.

Mit der im vergangenen Sommer vollzogenen Übernahme der Gwk (Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH) hat Technotrans seine Aktivitäten auch in der Kunststoff-Industrie ausgeweitet.

So ist die Firma zu einem der bedeutendsten Anbieter von Temperier-Lösungen in diesem Markt geworden.

Zuvor wurde bereits im Jahr 2011 mit der Termotek AG ein Spezialist zur Kühlung von Lasern und 2 Jahre später mit der KLH Kältetechnik ein Anbieter universeller Kühlsysteme übernommen.

Mittlerweile erwirtschaften die Ostwesfalen mehr als die Hälfte des Umsatzes außerhalb der Druckindustrie.

Und sie bieten dabei als System-Anbieter eine Vielzahl von Komponenten zur Temperatur-Kontrolle, Flüssigkeit-Aaufbereitung und Farbversorgung an.

E-Mobilität könnte nächster Wachstumstreiber werden

Technotrans ist auch im Zukunftsmarkt der E-Mobilität positioniert.

Bisher bestand der Großteil des Geschäfts mit einem Volumen von 2 Mio. € aus der Lieferung von Batteriekühlungs-Lösungen für Züge an Siemens.

Außerdem stattet man bereits Elektrobusse mit Kühlvorrichtungen aus und könnte auch am zukünftigen Geschäft mit Elektro-LKW und Ausrüstung für den Container-Transport in Häfen partizipieren.

Analysten gehen jetzt davon aus, dass Technotrans mit seinen Kühllösungen bestens positioniert ist, um Ladestationen für PKW mit Elektro-Antrieb zu beliefern.

Die aktuellen Schätzungen der NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) prognostizieren:

Bis 2020 müssen etwa 70.000 Ladestationen und 7.100 Schnellladestationen benötigt werden, um 1 Mio. Elektro-Autos in Deutschland zu bedienen.

Bis 2016 wurden jedoch nur 1.900 Ladestationen installiert.

Die Kühlgeräte von Technotrans könnten bei Schnellladestationen zum Einsatz kommen, da diese aufgrund des extrem starken Stromflusses, der ein Aufladen in unter 30 Min. ermöglicht, gekühlt werden müssen.

Längerfristig sollen die Ladezeiten noch weiter reduziert werden. Dies würde mehr ausgereifte Kühltechnik erfordern, eine Kernkompetenz der ostwestfälischen Firma.

Technotrans legt starken Jahresauftakt hin

Aber auch die aktuelle Geschäfts-Entwicklung kann sich bereits sehen lassen: Im 1. Quartal kletterte der Umsatz immerhin um 74% auf 52,8 Mio. €.

Zugegeben, rund 15 Mio. € gehen dabei auf Zukäufe zurück, aber positiv ist: Bereits über 57% der Erlöse wurden in den neu erschlossenen Märkten erzielt.

Unter dem Strich konnte Technotrans seinen Gewinn auf 3,1 Mio. € mehr als verdoppeln.

Trotz des starken Jahresauftakts erhöht die Konzernführung die Jahres-Prognose aber nicht.

Bei einem Umsatz von 185 – 195 Mio. € erwartet der Technologiekonzern einen Jahresgewinn von 12 – 14 Mio. €.

Es ist also gut möglich, dass die Geschäftsführung diese Messlatte im weiteren Jahresverlauf nach oben anpasst.

9. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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