Technotrans: Das sieht nicht gut aus

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Einst war die Technotrans-Aktie weit vorne in den Listen der deutschen Top-Nebenwerte zu finden. In den vergangenen 2 Jahren ging es jedoch steil bergab. (Foto: Vintage Tone/Shutterstock)

Die Aktie der deutschen Technotrans-Unternehmensgruppe ist gestern ziemlich heftig unter die Räder gekommen und verliert auch heute weiter an Boden. Lange Zeit war Technotrans einer der Überflieger in der deutschen Börsenlandschaft. Gestern verlor das Papier in der Spitze weitere 25% an Wert, nachdem die Aktie zuvor bereits deutlich abgesackt war.

Was ist los bei Technotrans? Das schauen wir uns gleich im Detail an. Zuvor noch ein paar Sätze zum Geschäftsmodell des Unternehmens.

Technotrans: Die Kühlspezialisten

Technotrans ist nach eigenen Angaben ein Technologieunternehmen und führender Systemanbieter für industrielle Anwendungen im Bereich Flüssigkeiten-Management. Die Kernkompetenzen der Unternehmensgruppe umfassen technologische Lösungen zur Kühlung und Temperierung, zur Filtration, zum Handling sowie zur Messung und Dosierung.

Vereinfacht gesagt könnte man Technotrans als Kühlspezialisten bezeichnen. Die Technologie des Unternehmens wird eingesetzt in der Druckindustrie, der Kunststoff verarbeitenden Industrie, der Laser- und Werkzeugmaschinenindustrie sowie weiteren Märkten, unter anderem in der Medizin- und Scannertechnik sowie der Elektromobilität.

Das Geschäftsmodell von Technotrans gliedert sich in die zwei Geschäftsbereiche Technology und Services. Das Unternehmen ist mit 19 Standorten auf allen wichtigen Märkten weltweit vertreten und erwirtschaftete im zurückliegenden Geschäftsjahr mit rund 1.450 Mitarbeitern einen Umsatz von 216,3 Mio. Euro.

Die Gründe für den Kurssturz

Technotrans gab gestern bekannt, dass die vorläufigen Zahlen der ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres unter den Erwartungen liegen. Konkret: Der Umsatz liegt bei 153,4 Mio. Euro und das operative Ergebnis (EBIT) bei ca. 6,6 Mio. Euro. Darüber hinaus wurde die Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten angepasst. Das sorgte für den deutlichen Kurssturz am gestrigen Tag.

Unter der Annahme, dass sich der im 3. Quartal gesehene unerwartet deutliche Umsatzrückgang im Segment Technology bis zum Jahresende fortsetzen wird, erwartet der Vorstand von Technotrans für das Gesamtjahr 2019 nunmehr nur noch einen Umsatz von rund 205 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis (EBIT) im Bereich zwischen 7,6 und 8,4 Mio. Euro.

Wenn Sie die neuen Planzahlen mit den alten Plänen vergleichen, wird deutlich, wie heftig die Umsatz- und Gewinnwarnung bei Technotrans ausgefallen ist. Der Umsatz wurde zuvor in einer Größenordnung von 218 bis 226 Mio. Euro erwartet und das EBIT bei 12 bis 16 Mio. Euro. Das bedeutet: Schlussendlich könnte das EBIT um gut 50% unter dem oberen Ende der ursprünglich prognostizierten Bandbreite liegen. Das ist heftig!

Verantwortlich für das schwache 3. Quartal und die mauen Aussichten für das laufende 4. Quartal sind nach Unternehmensangaben die weltweit nachlassende Konjunktur und Kapazitätseinschränkungen bei einer Konzerngesellschaft.

Obwohl die Technotrans-Aktie inzwischen beinahe 70% unter den Höchstständen aus dem Jahr 2017 notiert, bietet sich aktuell ein Einstieg sowohl aus fundamentaler als auch aus charttechnischer Sicht eher nicht an. Warten Sie erst den Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 ab, um zu sehen, ob eine positive Trendwende in Sicht ist.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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