Technotrans und Hermle entwickeln sich hervorragend

Die ersten 9 Monate, v.a . aber die Zahlen für das 3. Quartal, waren von Übernahmen geprägt.

Technotrans konnte den Umsatz um 12,7% und der Gewinn um 2,9% steigern. Beide Sparten wuchsen 2-stellig – zumal sich auch die Geschäfte mit der Druckindustrie positiv entwickelten.

Die operative Marge schrumpfte dagegen von 7,4 auf 6,3%.

Verantwortlich waren Akquisitions- und Integrations-Kosten sowie Aufwendungen für den Auftritt auf der Branchen-Messe Drupa.

Nach der Ovidius GmbH im April hatte Technotrans Anfang September die GWK Wärme Kältetechnik GmbH (Umsatz 2016: rund 50 Mio. €) übernommen.

Der Kaufpreis ist nicht bekannt, dürfte aber bei 20 – 25 Mio. € gelegen haben. GWK ist ein Hersteller von Kühl- und Temperier-Systemen für die Kunststoff-Industrie.

Technotrans macht sich unabhängiger von der Druckindustrie

Nach dem Zukauf ist Technotrans nur noch zur Hälfte von Kunden aus der Druckindustrie abhängig.

Finanziert wurde der Deal mit Krediten und dem Erlös von 8,15 Mio. € aus dem Verkauf der eigenen Aktien an institutionelle Investoren.

GWK trug bereits 5 Mio. € zum 9-Monats-Umsatz bei. Aufgrund der Übernahme wurde die Jahres-Prognose für den Umsatz auf 150 Mio. € erhöht.

Das Ziel für das operative Ergebnis lautete unverändert 9,5 – 10,5 Mio. €. Die Integration der GWK belastet die Profitabilität aber nur vorübergehend.

Spätestens 2018 sollte die operative Marge wieder bei 8% liegen. Da Technotrans ebenfalls Kühlsysteme herstellt, ergeben sich allein aus dem gemeinsamen Einkauf und Vertrieb Synergien.

Die Strategie der Diversifizierung ist erfolgreich und verringert die Abhängigkeit von der hochzyklischen Druckindustrie.

Unternehmens-Porträt

Die 1970 gegründete Technotrans ist ein Anbieter von Flüssigkeiten-Technologien sowie Peripherie-Geräten für die Druckindustrie.

Kernkompetenzen sind das Temperieren, Filtrieren und Separieren, Messen und Dosieren von Flüssigkeiten sowie die dazugehörende Steuerungs- und Prozesstechnik.

Neben der Druckindustrie gehören die Laser- und Autoindustrie, der Maschinenbau und die Medizintechnik zum Kundenkreis. Technotrans ist in 13 Ländern vertreten.

Hermle: Ein Maschinenbauer der seinesgleichen sucht

Nach einem überzeugenden Jahresauftakt ist Hermle auch im 2. und 3. Quartal kräftig gewachsen, sodass der Konzern nach 9 Monaten einen Umsatz-Anstieg von 11,5% melden konnte.

Gleichzeitig stiegen der Auftrags-Eingang um 4% auf 278,3 Mio. € und der Auftragsbestand um 3,5% auf 127,7 Mio. €.

Das Ergebnis entwickelte sich noch stärker als der Umsatz. Hermle nannte zwar keine konkreten Zahlen.

Aber schon im 1. Halbjahr waren Gewinn und Betriebs-Ergebnis jeweils um rund 40% auf 28,9 Mio. € respektive 39,8 Mio. € nach oben gesprungen.

Die konservative Jahres-Prognose eines Umsatz- und Ergebnis-Wachstums von jeweils 5 bis 10% wurde bestätigt.

Abkühlungs-Tendenzen der Wirtschaft sind für Hermle keine Bedrohung

Im 4. Quartal hatte sich die Nachfrage etwas beruhigt. Besonders in China, Russland und der Türkei wird das Geschäft schwieriger.

Auch in Deutschland sieht Hermle Abkühlungs-Tendenzen und damit eine nachlassende Investitions-Bereitschaft.

Die Auswirkungen werden in diesem Jahr sichtbar, dürften sich aber in Grenzen halten.

Andernfalls würde Hermle nicht von einem insgesamt anhaltend hohen Bedarf an Werkzeugmaschinen sprechen, der eine Kapazitäts-Anpassung erfordert.

Zum einen wird derzeit die Produktion in Gosheim modernisiert und erweitert, zum anderen wurde bereits mit dem Bau einer neuen Fabrik im Nachbarkreis Rottweil begonnen.

Es sollte also weiter aufwärtsgehen, nur etwas langsamer.

Selbst bei stagnierenden Ergebnissen errechnet sich immer noch eine Umsatzrendite von gut 16%, die im Maschinenbau ihresgleichen sucht.

Unternehmens-Porträt

Die 1938 gegründete Maschinenfabrik Berthold Hermle AG gehört zu den führenden Herstellern von Werkzeugmaschinen.

Die Fräs- und Bohrmaschinen dienen der Bearbeitung von Werkzeugen, Formen und Serienteilen.

Sie kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, Optik, Luftfahrt, Auto, Rennsport sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz.

Werksvertretungen bestehen in über 50 Ländern.

22. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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