Tele Columbus empfiehlt Annahme des Übernahmeangebots der Kublai GmbH

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Der deutsche Glasfasernetzbetreiber Tele Columbus hat seinen Aktionären empfohlen, ein Übernahmeangebot der Kublai GmbH anzunehmen. Mit dem Angebot verknüpft ist eine deutliche Kapitalerhöhung. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Der führende deutsche Glasfasernetzbetreiber, die Tele Columbus AG mit Sitz in Berlin, hat gestern ihren Aktionären in einer Stellungnahme empfohlen, das Übernahmeangebot der Beteiligungsgesellschaft Kublai GmbH anzunehmen.

Durch diese Empfehlung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das bereits am 21.12.2020 veröffentlichte Übernahmeangebot angenommen und die Mindestannahmeschwelle von 50% plus eine Aktie erreicht wird. Dies gilt insbesondere, weil sich bereits einige Großaktionäre verpflichtet haben, dass Angebot der Kublai GmbH akzeptieren zu wollen.

Großaktionäre dienen ihre Anteile an

So hat sich der Großaktionär Rocket Internet SE (Societas Europaea – Europäische Aktiengesellschaft) bereits vertraglich dazu verpflichtet, die von ihm gehaltenen Tele-Columbus-Anteile in Höhe von rund 13,36% der Bieterin anzudienen. Auch United Internet hat zugesagt, bei Erfolg des Übernahmeangebots ihre Tele-Columbus-Anteile in Höhe von rund 29,90% an die Bieterin zu verkaufen.

Angebot mit moderater Übernahmeprämie

In einer Ad-hoc Mitteilung hatte Tele Columbus bereits am 21.12.2020 mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Übernahmeangebot der Kublai GmbH erhalten habe und dieses auch unterstütze. Konkret bietet die Kublai GmbH den Anteilseignern der Tele Columbus einen Angebotspreis von 3,25 Euro für jede Aktie.

Am Tag vor der Bekanntgabe des Übernahmeangebots lag der Kurs der Tele-Columbus-Papiere noch bei 2,87 Euro. Das Angebot enthielt somit eine moderate Übernahmeprämie von +12%. Seitdem pendelt der Kurs um einen Wert von 3,23 Euro und liegt damit knapp unterhalb des Angebotspreises. Dies deutet darauf hin, dass der Markt von einem reibungslosen Deal ausgeht.

Bei insgesamt knapp 127,56 Mio. ausgegebener Tele-Columbus-Aktien beläuft sich das Übernahmeangebot somit insgesamt auf 414,6 Mio. Euro. Damit liegt das Angebot nur leicht über dem aktuellen Börsenwert bzw. der Marktkapitalisierung des Unternehmens von 412 Mio. Euro.

Angebot verknüpft mit Investmentvereinbarung

Darüber hinaus hat Tele Columbus mit der Kublai GmbH eine Investmentvereinbarung getroffen. Die Bieterin hat zugesagt, sich im Falle der Übernahme an einer Kapitalerhöhung der Tele Columbus mit bis zu 475 Mio. Euro zu beteiligen und später weiteres Eigenkapital in Höhe von 75 Mio. Euro zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig hatte Tele Columbus eine außerordentliche Hauptversammlung für den 20. Januar 2021 einberufen, auf der eine Bezugsrechtskapitalerhöhung in Höhe von 475 Mio. Euro beschlossen wurde. Tele-Columbus-Aktionäre können sich somit über Bezugsrechte an der geplanten Kapitalerhöhung beteiligen. Die Bezugsrechte können jedoch nur dann wahrgenommen werden, wenn es zu einer Übernahme kommen sollte.

Annahmeempfehlung nach Prüfung des Angebots

Die gestern veröffentlichte Annahmeempfehlung erfolgte nach gewissenhafter Überprüfung des Übernahmeangebots, so Dr. Daniel Ritz, Vorstandsvorsitzender und Chief Executive Officer (CEO) der Tele Columbus AG:

„Nach jeweils eigenständiger Prüfung der Angebotsunterlage von Vorstand und Aufsichtsrat halten beide Gremien die Höhe des Angebotspreises für fair und angemessen. Das Angebot ermöglicht es uns, unsere Fiber-Champion-Strategie umzusetzen und unsere Verschuldung zu reduzieren. Für unsere Aktionäre bietet es die Möglichkeit, ihre Aktien zu einem fairen und angemessenen Preis zu verkaufen.“

Wie es weitergeht

Die Tele-Columbus-Anteilseigner haben nun bis zum 15. März 2021 Zeit, ihre Aktien anzudienen. Sollte die Mindestannahmegrenze von 50% und einer Aktie nicht erreicht werden, kann die Transaktion und die in der außerordentlichen Hauptversammlung am 20. Januar 2021 beschlossene Bezugsrechtskapitalerhöhung nicht durchgeführt werden.

Meine Empfehlung an Tele-Columbus-Aktionäre

Die Tele-Columbus-Aktie empfehle ich den Lesern meines Börsendienstes “Der Übernahme-Gewinner“ bereits seit einiger Zeit als potenziellen Übernahmekandidaten. Meinen Lesern habe ich nach Bekanntwerden des Übernahmeangebots im Dezember geraten, die Aktie nicht anzudienen, sondern sie über die Börse zu verkaufen.

Mit dieser Vorgehensweise sind meine Leser auf der sicheren Seite. Denn falls die Annahmeschwelle verfehlt wird, kann der von der Übernahmeeuphorie gepushte Kurs der Tele-Columbus-Papiere wieder deutlich einbrechen. Dies ist in der Vergangenheit schon häufiger vorgekommen.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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