Telefonica Deutschland vor besseren Zeiten?

Die Aktie des TecDAX-Schwergewichts Telefonica Deutschland hat lange Zeit enttäuscht. Für 2018 gibt es Hoffnung auf Besserung. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Am gestrigen Tag veröffentlichte die Telefonica Deutschland ihr Zahlenwerk für das abgelaufene Jahr. Dabei fielen die Ergebnisse erwartungsgemäß eher verhalten aus. Der Konzern blickt allerdings optimistisch in die Zukunft.

Unternehmensportrait

Das Unternehmen Telefónica Deutschland, das ein Schwergewicht im TecDAX ist, bietet Mobil- und Festnetzdienste für Privat- und Geschäftskunden. Mit insgesamt 52,9 Mio. Kundenanschlüssen gehört das Unternehmen zu den 3 führenden Telekommunikationsanbietern bundesweit. Allein in der Mobilfunksparte betreut Telefónica Deutschland mehr als 48,4 Mio. Anschlüsse.

Jahres- und Quartalsergebnis veröffentlicht

Im vergangenen Jahr hat der Umsatz bei 7,3 Mrd. Euro gelegen und zeigte somit ein Minus von knapp 3%. Immerhin gab es im letzten Vierteljahr 2017 auch einige positive Entwicklungen: Das um Sonderkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen konnte um 1,4 % bei 499 Mio. Euro zulegen.

Zudem konnte das operative Ergebnis auf Gesamtjahressicht dank Kosteneinsparungen um 2% auf 1,84 Mrd. Euro zulegen. Unter dem Strich rutschte das Unternehmen aber tiefer in die roten Zahlen. Nach 176 Mio. Euro Verlust 2016 gibt es nun ein Fehlbetrag von 381 Mio. Euro.

Bessere Aussichten für 2018 erwartet

Doch mit diesen eher verhaltenen Zahlen und fallenden Umsätzen soll jetzt Schluss sein. Auf Grund stärkerer Internetnutzung und stabilerer Preise soll jetzt langsam der Vorwärtsgang eingelegt werden. Für dieses Jahr soll die Geschäftstätigkeit immerhin in der Größenordnung des Vorjahres liegen – wobei negative Regulierungseffekte von 30 bis 50 Mio. Euro ausgeklammert sind.

Und noch eine Meldung des gestrigen Tages gibt Anlass zur Zuversicht: So wurde bekannt gegeben, dass es beim Ausbau ihrer Mobilfunk-Netze eine Zusammenarbeit mit dem Mitbewerber Vodafone in einem Pilotprojekt gibt. So hat man sich darauf verständigt, ab Juli Glasfaserleitungen von zunächst 100 Mobilfunkstandorten gemeinsam nutzen zu wollen.

Charttechnik sendet gemischte Signale

Auch wenn die Aktie zuletzt deutlich unter Druck stand, ist zu bemerken, dass die Unterstützungslinie bei rund 3,90 Euro zuletzt mehrfach getestet, aber nicht unterschritten wurde. Nach ihren Rekordständen vom Herbst 2015 bei rund 6 Euro ging es kontinuierlich abwärts und führte bis zu den tiefsten Notierungen von 3,40 Euro im vergangenen Jahr.

Ich kann mir gut vorstellen, dass der Wert bei wieder etwas ruhigerer Börsenlage wieder Kurs auf die Jahreshöhen von 4,25 Euro nehmen kann. Sollte diese Marke erfolgreich überschritten werden, dürfte dann der Kurs in Richtung 5 Euro gehen. Dies wird aber sicherlich noch etwas auf sich warten lassen. Positiv ist die Dividendenpolitik des Unternehmens zu erwähnen – die Dividendenrendite beträgt mehr als 5%. Das macht die Aktie auch für konservative Anleger interessant.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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