Telefonica und Liberty Global fusionieren ihre britischen Töchter

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Auf dem britischen Telekommunikationsmarkt kommt es zu einer Mega-Fusion. Telefonica und Liberty Global bringen ihre britischen Töchter in ein Joint Venture ein. (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Es gibt sie doch noch, die milliardenschweren Mega-Deals: Die spanische Telefónica und das US-amerikanische Medienunternehmen Liberty Global wollen ihre jeweiligen britischen Töchter zu einem Gemeinschaftsunternehmen fusionieren. Beide Unternehmen werden an dem neu entstehenden Joint Venture, dessen Wert mit 30,75 Mrd. GBP (Britische Pfund) – etwa 35,13 Mrd. Euro – taxiert wird, mit gleichen Anteilen beteiligt sein.

Dabei bringt der spanische Telekommunikationsanbieter Telefonica S.A. seinen britischen Mobilfunkbetreiber O2 UK und die amerikanische Liberty Global plc ihren britische Pay-TV- und Breitbandnetzbetreiber Virgin Media in das fusionierte Unternehmen ein. Durch den Zusammenschluss entsteht ein Kommunikationsanbieter mit über 46 Mio. Video-, Breitband- und Mobilfunkabonnenten und einem Jahresumsatz von 11 Mrd. GBP.

Da die von Telefonica in das Joint Venture eingebrachten Vermögenswerte der O2 UK deutlich größer sind, als die der Virgin Media, erhalten die Spanier aus dem Fusionsgeschäft eine Ausgleichszahlung in Höhe von 5,7 Mrd. GBP (etwa 6,5 Mrd. Euro) in bar.

Telefonica schon länger auf Brautschau

Die hoch verschuldete Telefonica hat schon seit Längerem einen Käufer für ihre britische Tochter O2 UK gesucht. Bereits in 2015 waren sich die Spanier mit dem chinesischen Mobilfunkanbieter Hutchinson einig geworden. Damals sollte Telefonica für O2 UK rund 13 Mrd. Euro erhalten. Doch dieser Deal scheiterte an einem Veto der europäischen Aufsichtsbehörden.

Auch den aktuellen Deal werden die zuständigen Wettbewerbshüter wieder kritisch prüfen.

Aber anders als bei dem geplatzten Verkauf an Hutchinson, die ebenfalls auf dem britischen Mobilfunkmarkt tätig sind, handelt es sich bei der jetzt geplanten Fusion um einen Zusammenschluss zwischen einem Mobilfunk- und einem Breitbandnetzanbieter. Da dürfte das OK der zuständigen Behörden jedenfalls wahrscheinlicher sein, als noch vor 5 Jahren.

Beide Konzerne begrüßen Fusion

Wie nicht anders zu erwarten war, begrüßten beide Konzernchefs die geplante Fusion und sehen darin große Entwicklungschancen für den britischen Markt. „Wir schaffen einen starken Mitbewerber mit beträchtlicher Größe und Finanzkraft, um in die digitale Infrastruktur Großbritanniens zu investieren und Millionen von Verbrauchern, Unternehmen und Kunden des öffentlichen Sektors mehr Auswahl und Wert zu bieten“, so Jose Maria Alvarez-Pallete, CEO von Telefonica.

Mike Fries, CEO von Liberty Global, sagte: “Wir könnten nicht enthusiastischer über diese Kombination sein. Virgin Media hat Breitband und Unterhaltung in Großbritannien mit blitzschnellen Geschwindigkeiten und der innovativsten Videoplattform neu definiert. Und O2 ist weithin als der zuverlässigste und beliebteste Mobilfunkbetreiber in Großbritannien bekannt.“

Joint Venture soll weiter unterstützt werden

Beide Parteien haben vereinbart, dass Joint Venture auch nach Abschluss der Fusion weiterhin mit ihren Dienstleistungen zu unterstützen. Diese Dienste werden in erster Linie aus IT- und technologiebezogenen Dienstleistungen, Beschaffung, Markenmanagement und anderen Unterstützungsdiensten bestehen.

Die Transaktion bedarf weder der Zustimmung der Aktionäre von Telefonica noch der von Liberty Global. Beide Unternehmen gehen davon aus, dass die Fusion bis Mitte 2021 abgeschlossen werden kann.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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