Telekom-Aktie: BrExit-Schock zum Jahresausklang

Die BrExit-Verhandlungen haben offiziell noch nicht begonnen, doch die wirtschaftlichen Schäden sind bereits jetzt spürbar – und das nicht nur im königlichen Empire, sondern auch hierzulande.

Besonders hart traf es die Deutsche Telekom, die an der britischen BT Group beteiligt ist:

Der Wert dieser Beteiligung musste im Schlussquartal 2016 jedoch empfindlich nach unten korrigiert werden. Insgesamt nahm der ehemalige Staatskonzern hier Abschreibungen in Höhe von 2,2 Mrd. € vor.

BrExit-Abschreibungen verhageln Schlussquartal

Hintergrund der Wertkorrektur sind ein Bilanz-Skandal sowie die Abwertung des britischen Pfundes, wobei letzteres wesentlich auf das BrExit-Votum zurückgeht.

Im Juni hatten die Briten über Verbleib in oder Austritt aus der Europäischen Union abgestimmt und mit knapper Mehrheit überraschend für einen Ausstieg votiert.

Die Märkte überschlugen sich, in Europa brach Hektik aus, niemand schien so recht vorbereitet zu sein auf das, was nun folgen soll. Das schlug sich u. a. auch in den Währungs-Kursen nieder.

Die Deutsche Telekom verbucht wegen der Abschreibungen für das 4. Quartal nun einen Verlust von 2,1 Mrd. €.

Für das Gesamtjahr liegt der Konzerngewinn bei 2,7 Mrd. € – und damit rund 18% niedriger als im Vorjahr; die Erwartungen von Anlegern und Analysten wurden somit klar verfehlt.

T-Mobile US weiter erfolgreich

Dass für 2016 dennoch eine Dividende ausgezahlt werden soll, liegt v. a. an einem ehemaligen Sorgenkind, nämlich der US-Mobilfunk-Tochter T-Mobile US:

Die fährt mit ihrem aggressiven Werbekonzept von Erfolg zu Erfolg und konnte im vergangenen Jahr rund 8 Mio. Neukunden gewinnen. Der Betriebsgewinn der Tochter legte um fast 30% zu auf 8,6 Mrd. €.

Nun wird über einen möglichen Zusammenschluss mit dem US-Mobilfunk-Anbieter Sprint spekuliert, an dem aktuell der japanische Telekom-Konzern Softbank die Mehrheits-Anteile hält.

Offizielle Verlautbarungen hierzu gibt es bislang jedoch noch nicht.

Die Prognose für den Gesamtkonzern Deutsche Telekom rechnet mit einem Gewinnplus von 4% im laufenden Jahr auf 22,2 Mrd. €, nachdem der Betriebsgewinn im Vorjahr mit 21,4 Mrd. € die Erwartungen der Analysten knapp verfehlt hatte.

Telekom-Aktie: Noch Luft nach oben?

Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen und schickten die Aktie am Donnerstag vergangener Woche ins Minus.

Insgesamt jedoch befindet sich die T-Aktie inzwischen wieder auf höherem Niveau als im überwiegenden Verlauf des Jahres 2016, als sie stets an der Marke von 16 € gescheitert war.

Erst seit Mitte Dezember notiert das Papier wieder fester.

Analysten sehen mehrheitlich weiteres Aufwärts-Potenzial. Zurückhaltende Studien, die empfehlen, die Telekom Aktie zu halten, setzen das Kursziel überwiegend zwischen 15,50 und 18 € an.

Kaufempfehlungen hingegen beginnen bei einem Kursziel von 18 € und gehen hoch auf bis zu 20,50 €.

2017-03-09 Telekom

10. März 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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