Telekom-Aktie startet durch: Verkauf der US-Tochter im Anmarsch?

T-Mobile US könnte vom Branchen-Kollegen Sprint übernommen werden; die T-Aktie haussiert. Alles Weitere verrät Ihnen Jens Gravenkötter hier: (Foto: r.classen / Shutterstock.com)

Aktionäre der Volks-Aktie Deutsche Telekom haben heute einen wunderbaren Wochen-Ausklang:

Das Papier des Bonner Telekommunikations-Konzerns kann am frühen Nachmittag um 4,5% zulegen.

Damit vergrößert sich der Gewinn der Aktie in den vergangenen 6 Monaten auf über 20%.

Der heutige Kurssprung steht aber nicht im Zusammenhang mit direkten Geschäfts-Erfolgen der Deutschen. Vielmehr blicken die Investoren auf den US-Schatz T-Mobile.

Dem im Übernahme-Geschäft stets gut informierten Finanznachrichten- und Informationsdienst-Anbieter Bloomberg zufolge hat die US-Tochter informelle Übernahme-Gespräche mit dem Konkurrenten Sprint Networks aufgenommen.

Kommt es zu einem Deal, prasselt auf die Bonner Mutter ein milliardenschwerer Geldregen herunter.

T-Mobile US auch für andere Branchen-Spieler attraktiv

T-Mobile US wird schon seit geraumer Zeit als heißer Übernahme-Kandidat gehandelt.

Bis Anfang Mai waren Übernahme-Gespräche unter den Branchen-Spielern allerdings aufgrund einer Frequenz-Auktion untersagt.

Jetzt stehen den Konzernen allerdings wieder alle Möglichkeiten offen und in der Branche rumort es gewaltig.

ine breite Übernahme-Welle wird erwartet und T-Mobile wird als möglicher Übernahme-Kandidat für Sprint und verschiedene andere Konzerne gehandelt.

Wettbewerbs-Behörde ist diesmal geringere Hürde als 2014

Ein Zusammengang mit Sprint wird von vielen Branchen-Experten als A-Lösung bezeichnet, da dieser Deal die höchsten Synergien mit sich bringen würde.

Während der strategische Sinn eines Zusammenschlusses absolut gegeben ist, stellt sich jedoch die Frage, ob ein Deal auch machbar ist.

Schon einmal hat Sprint zusammen mit der Konzern-Mutter Softbank versucht T-Mobile US zu übernehmen.

2014 scheiterten die Gespräche allerdings am Widerstand der Wettbewerbs-Behörden.

Inzwischen hat ein Deal jedoch deutlich bessere Aussichten auf Erfolg:

Nach der Wahl von Donald Trump wurden Manager in Entscheidungs-Positionen entsandt, die einem Zusammenschluss offener gegenüberstehen könnten.

Der neue Boss der FCC (Telekom-Behörde), Ajit Pai, gilt in der Tendenz als übernahmefreundlich – sein Vorgänger verlangte 4 große Anbieter im Mobilfunk-Markt.

Gute Deal-Chancen – T-Mobile US-Aktie nach 30% Rally aber kein blinder Kauf mehr

Insgesamt ist es durchaus glaubwürdig, dass die beiden Konzerne zusammenfinden.

Der Nachrichten- und Informations-Anbieter Reuters berichtete bereits vor Wochen, dass die beiden Seiten Gespräche für die Zeit nach der Frequenz-Auktion planen.

Glaubhafte Gerüchte, geringere Wettbewerbs-Hürde – also sofort einsteigen?

Ganz so einfach ist die Rechnung dann leider doch nicht. T-Mobile bringt inzwischen 54 Mrd. Dollar auf die Waage, Sprint dagegen „nur“ noch 36 Mrd. Dollar.

Anders als beim ersten Übernahme-Versuch 2014, hat sich das Kräfteverhältnis also ziemlich verschoben.

T-Mobile US wächst zudem stark und schafft es seit geraumer Zeit den etablierten Branchen-Größen AT&T und Verizon Marktanteile abzuknabbern.

Die Verhandlungen werden also für den Interessenten schwieriger. Denn auch die deutsche Konzern-Mutter weiß, dass die Tochter sehr gut dasteht.

2014 war das anders: Da war die Verhandlungs-Position schwach und die Bonner waren ausgesprochen verkaufswillig.

Diesmal ist man zwar auch offen für einen Deal, hat ihn aber nicht mehr so nötig.

Es ist also noch ein steiniger Weg bis zum endgültigen Zusammenschluss der Nr. 3 und der Nr. 4 in der Branche.

Viel Positives ist im Aktienkurs von T-Mobile auch schon eingepreist. Kommt es zu einem Zusammenschluss, sind weitere Gewinne natürlich dennoch so gut wie sicher.

Doch wenn sich wie 2014 herausstellt, dass die beiden nicht zusammenfinden, weil die Vorstellungen aufgrund der veränderten Unternehmens-Werte auseinandergehen, oder die Behörden doch gegen einen Deal sind, dann kann die Aktie auch schnell unter Druck geraten.

(Interessenskonflikt: T-Mobile US ist Depot-Position in meinem Börsendienst AmericanTargets)

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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