Telekom-Anbieter mit Wettbewerbsvorteil

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Ein Telefonanbieter, der den Kunden jeden Wunsch erfüllen kann, ist in Zeiten wachsender Ansprüche nicht die schlechteste Idee. freenet hat sich erfolgreich positioniert. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Wenn es um Dividenden geht, sind Aktionäre bei freenet seit jeher gut bedient.

Der Telekommunikations-Anbieter bietet derzeit satte 5,4% Dividendenrendite.

Doch der Telekommunikations-Markt ist schon lange nicht mehr von großem Wachstum geprägt.

Vielmehr sorgt die Konkurrenz für fallende Preise und damit auch niedrigere Gewinne.

Doch der Reihe nach: Die freenet AG ist im Jahr 2007 aus der mobilcom AG und der alten freenet-Gesellschaft hervorgegangen. Das Kerngeschäft bilden die Bereiche Mobilfunk und mobiles Internet.

freenet vermarktet auf eigene Rechnung und zu eigenen Tarifen Mobilfunk-Dienstleistungen der 4 Netzbetreiber in Deutschland sowie eigene Produkte und Services.

Der Fokus liegt auf mobilen Sprach- und Datendiensten sowie hochwertigen Postpaid-Vertragskunden-Verhältnissen.

freenet setzt sich gegen Netzbetreiber durch

freenet hat im 1. Halbjahr seinen Umsatz um 3,9% auf 1,5 Mrd. € gesteigert. Der Gewinn ging dabei aber um 3,4% auf 0,86 € pro Aktie zurück.

Der Rückgang ist in erster Linie auf das Hardware-Geschäft zurückzuführen, das deutlich geringere Margen abwirft.

Hinzu kamen Abschreibungen und Sondereffekte. Bereinigt um Sondereffekte konnte der Gewinn noch um knapp 1% zulegen.

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Telekommunikations-Aktien: Hier lohnt sich ein genauerer Blickfreenet und United Internet gehören aufgrund ihres Wachstums in diesem Monat zu meinen beiden Telekom-Favoriten. Alles Weitere dazu hier: › mehr lesen

Besonders gut lief es im Mobilfunk-Geschäft. freenet ist von den Konsolidierungs-Effekten auf dem europäischen Telekommunikations-Markt nicht direkt betroffen, denn der Konzern agiert ausschließlich als Drittanbieter.

freenet ist also an kein bestimmtes Netz gebunden. Das schafft nicht nur Flexibilität, sondern erspart auch die hohen Kosten für den Netzbetrieb.

Im Konkurrenzkampf ist freenet deshalb hervorragend aufgestellt und entkommt als reiner Service-Anbieter der Fixkosten-Falle.

Denn während die netzgebundenen Anbieter über teure Wartungs- und Instandhaltungs-Kosten klagen, nutzt freenet seine Marktmacht, um Verhandlungs-Erfolge in der Wertschöpfungs-Kette durchzusetzen.

Die Netzbetreiber können ihre Kosten nicht vollständig an freenet weitergeben. Das sorgt bei freenet für verbesserte Margen.

Interessante Alternative in einer gebeutelten Branche

Während konventionelle Anbieter mit einem Margen-Verfall zu kämpfen haben, kann freenet seinen Kundenstamm mit Billig-Flatrates weiter ausbauen.

Auch wenn die Lizenzgebühren in Zukunft wohl etwas ansteigen werden, rechnen wir mit steigenden Gewinnen.

Auf Sicht von 6 bis 12 Monaten erwarten wir eine überdurchschnittliche Kursentwicklung. freenet hat sich im Telekommunikations-Geschäft eine interessante Nische gesucht.

Während Wiederverkäufer in vielen Bereichen die ersten sind, die bei Preisverfall dumm aus der Wäsche gucken, ist der Status als Wiederverkäufer freenets Glück.

Dennoch ist der Ausblick für die Branche nicht rosig. Das dürfte auch freenet treffen. Dennoch bleibt das Unternehmen  – und damit auch die Aktie – in einer gebeutelten Branche eine interessante Alternative.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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