Telekom-Jubiläum: 20 Jahre T-Aktie

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute erneut leicht zulegen. Unter dem Strich tendierte der DAX damit im Börsen-Monat November seitwärts.

Wenn wir die politischen Überraschungen berücksichtigen (US-Wahl), ist das sogar ein kleiner Erfolg.

Blicken wir weiter in die Vergangenheit, brachte dieser Börsen-Monat regelmäßig frische Impulse:

Oft wurde die Jahresendrally gestartet, aber auch einige erfolglose Ereignisse begannen im November. Ein Negativ-Beispiel folgt jetzt:

Das Drama um die Aktie der Deutschen Telekom

Im November 1996 – also vor genau 20 Jahren – ging die Deutsche Telekom an die Börse. Die T-Aktie kostete beim Börsengang umgerechnet 14,57 €.

In der Folge setzte ein regelrechter Hype um die T-Aktie ein, die den Kurs der Aktie in der Spitze auf exakt 103,50 € trieb.

Dieses Rekordhoch markierte die T-Aktie im März 2000 – also knapp 3,5 Jahre nach dem Börsengang. In der Spitze legte die T-Aktie damit um 610% zu.

Doch nach dem Hoch im März 2000 folgte der Absturz: Im Sommer des Jahres 2002 notierte die T-Aktie nur noch bei unter 10 €.

Seither pendelt die T-Aktie grob zwischen knapp unter 10 und rund 18 €.

Kommentar: Hierzulande läuft in Sachen Geldanlage einiges falsch

In einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Kommentar in der „Süddeutschen Zeitung“ heißt es, dass in diesem Land in Sachen Geldanlage einiges falsch laufe und dass die Telekom daran nicht ganz unschuldig sei.

Letzteres kann man aus meiner Sicht durchaus so sehen. Und dass hierzulande in Sachen Geldanlage einiges falsch läuft, ist ohnehin unbestritten.

Denn viele Privat-Anleger in Deutschland haben sich vom Telekom-Flop zu sehr abschrecken lassen:

Der Anteil derjenigen Deutschen, die Aktien oder Aktienfonds besitzen, ist nach dem Platzen der Technologie-Blase nicht nur stark gefallen, sondern seitdem auch kaum wieder gestiegen.

Aktien sind nicht automatisch Zocker-Papiere

In gewisser Weise kann ich die Abneigung der meisten Deutschen gegen Aktien verstehen.

Denn gerade dann, als sich in Deutschland zum 1. Mal so viele Menschen für Aktien interessierten und in Aktien investierten wie nie zuvor, platzte die Blase des Neuen Marktes und viele Anleger trugen schmerzhafte Verluste davon.

Leider entstand dadurch bei vielen Kleinanlegern der Eindruck, dass Aktien generell Zocker-Papiere seien und man davon lieber die Finger lassen sollte.

Das ist jedoch völlig falsch! Denn die Aktie ist seit vielen Jahrzehnten nachweislich die erfolgreichste aller Anlageklassen.

Zwar können einzelne Unternehmen pleitegehen und auch der gesamte Aktienmarkt kann zwischendurch einmal über Jahre schlecht laufen.

Doch mittel- und langfristig kennt der Aktienmarkt nur eine Richtung: nach oben. Es gibt zwar keine Garantie dafür, dass dies immer so bleiben wird, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß.

Nicht die Chance liegenlassen!

Anleger, die sich infolge schlechter Erfahrungen mit der T-Aktie vom Aktienmarkt zurückgezogen haben, berauben sich derzeit und zukünftig der Chancen, die der Aktienmarkt bietet.

In Zeiten, in denen es auf Spar- und Tagesgeld-Konten sowie für als sicher geltende Staatsanleihen keine Zinsen mehr gibt, ist es umso schmerzlicher, wenn Anleger die Chancen liegen lassen, die der Aktienmarkt bietet.

Langfristig dürfen Sie inklusive Dividenden mit einer Rendite von rund 8% pro Jahr rechnen.

30. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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