Telekommunikation auf Wachstumskurs

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Die Telekommunikation-Branche ist trotz hoher Investitionen in den 5G Mobilfunkstandard wieder auf Wachstumskurs. (Foto: IRINA SHI / shutterstock.com)

Nach schwierigen Jahren ist der Bereich Telekommunikation wieder auf Wachstumskurs. Nach einem Plus von 2,1% in 2018 sollte das Geschäft 2019 mindestens um 1,8% gewachsen sein. Bei den Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur geht man von einer Zunahme von 1,9% aus. Mit Blick auf den neuen Mobilfunkstandard 5G ist das für die Konzerne keine einfache Situation. Sie haben bereits mehr als 6,5 Mrd. € für die Ersteigerung der Frequenzen ausgegeben und müssen jetzt Milliarden investieren, um die Netze auszubauen. Mit den 6,5 Mrd. € hätten 32.000 neue Funkmasten gebaut werden können, rechneten Fachleute vor.

Direkte Profiteure des 5G-Standards sind aber nicht die Telekommunikationsanbieter, sondern die Netzwerkbauer. Hier teilen Nokia, Ericsson und Huawei den Markt unter sich auf. Das Thema ist politisch zugespitzt, denn Huawei wird mit Spionage-Vorwürfen konfrontiert. Gleichzeitig können Nokia und Ericsson aber nicht alleine die große Nachfrage nach dem schnelleren Netz bedienen. Jetzt hat sich sogar die US-Regierung eingeschaltet und befürwortet die Zusammenarbeit mit Samsung – nur, um Huawei vom Markt auszuschließen. Für mich sind das chinesische Verhältnisse, nur nach US-Manier.

Übernahmewelle im Kampf um Marktanteile

So ähnlich sieht das auch die Deutsche Telekom. 2,17 Mrd. € musste der Konzern für die 5G-Frequenzen bezahlen; Geld, das der Konzern lieber in den Netzausbau für seine Kunden investiert hätte. Andere Länder haben das besser gelöst. Trotz uneinheitlicher Wettbewerbsbedingungen ist die Telekom gestärkt aus dem vergangenen Jahr hervorgegangen und befindet sich auf profitablem Wachstumskurs.

Mehr noch: Der Konzern ist erneut Europas führendes Telekommunikationsunternehmen – nach Umsatz und auch nach Marktwert. Die Nummer 2 in Deutschland ist Vodafone. Auch Vodafone hat zuletzt kräftig investiert und sich mit der Übernahme von Unitymedia neue Marktanteile versprochen. Bislang ist die Kundenzahl aber nur stabil geblieben. Unsere Einschätzung: Die Übernahme allein wird nicht ausreichen. Die Kunden werden trotz immer günstigerer Flatrate-Preise immer anspruchsvoller.

AT&T macht es vor, wie es richtig geht. Mit der Übernahme von Time Warner hat der US-Telekomplatzhirsch frühzeitig auf Unterhaltungsinhalte gesetzt. AT&T kontert die hohen Ansprüche der Kunden mit einem umfassenden Multimedia-Angebot und kann dadurch höhere Preise verlangen. Ein gelungener Schachzug, der sich in den nächsten Jahren mit Sicherheit auszahlen wird.

1&1 Drillisch sichert sich Telefónica-Netz für weitere 5 Jahre

1&1 Drillisch hat den Vertrag von 2014 über den Zugang zum Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland (O2) um weitere 5 Jahre verlängert. Dabei gewährt Telefónica der United-Internet-Tochter einen Zugang zum eigenen Netz. So kann 1&1 Mobilfunkleistungen unter eigener Marke verkaufen. Telefónica erfüllt damit eine EU-Auflage. Die EU-Kommission hatte die Übernahme des Wettbewerbers E-Plus im Jahr 2014 nur unter der Voraussetzung genehmigt, dass Telefónica Netzkapazität an einen Wettbewerber abgibt.

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Telefónica Aktie: Internet-Versicherung und QuartalszahlenDie spanische Telefónica bringt nächste Woche Quartalszahlen heraus und überraschte vorab mit dem Angebot zu einer Internet-Versicherung. › mehr lesen


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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