Telekommunikation: Klassische Netzbetreiber kämpfen mit Kostendruck

Trotz der strukturellen Probleme auf dem Markt hat freenet sein operatives Geschäft fest im Griff.

Anders als die meisten Telekommunikations-Anbieter besitzt freenet kein eigenes Netz und damit auch keine eigene Infrastruktur.

So macht sich freenet vom branchentypischem Kostendruck frei

Das bringt den entscheidenden Vorteil:

Während sich die Konkurrenz mit teuren Instandhaltungs-Maßnahmen aufhalten muss, kauft freenet einfach überschüssige Netzwerk-Pakete auf und gibt diese Kosten-Vorteile an seine Endkunden weiter.

Insbesondere Vodafone, die Telecom Italia und Orange S.A. leiden unter dem immensen Kostendruck.

Gleichzeitig dominieren auf der Verkaufs-Seite Billig-Flatrates, die kaum rentabel sind und den ruinösen Wettbewerb weiter forcieren.

Zusätzlich hat die EU-Kommission jetzt noch eine neue Richtlinie auf den Weg gebracht, mit der die Roaming-Gebühren innerhalb Europas schrittweise abgeschafft werden sollen.

Zukünftig entfällt damit eine weitere wichtige Einnahmequelle.

Roaming-Gebühren entstehen, wenn man im Ausland telefoniert oder das Daten-Volumen seines Heimat-Tarifs nutzt. Hier konnten bis jetzt großzügige Preisaufschläge veranschlagt werden.

Drillisch und United Internet machen gemeinsame Sache

Drillisch hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Mobilfunk-Service-Provider (MSP) und Mobile Virtual Network Operator (MVNO).

So schafft man es, mit seinen individuell auf die Wünsche der Kunden zugeschnittenen Mobilfunk-Dienstleistungen und -Produkten immer wieder Rekord-Ergebnisse zu erzielen.

Entsprechend hat Drillisch seinen Wachstumskurs auch im 1. Halbjahr fortgesetzt:

Der Konzern hat die Zahl der Kunden-Verträge, den Service-Umsatz sowie die operativen Ergebnis-Zahlen erneut verbessert.

Der Bestand der MVNO-Kunden stieg auf 3,77 Mio. Teilnehmer.

Auch United Internet hat seinen Wachstumskurs fortgesetzt.

Zudem wurde die Beteiligung von Warburg Pincus sowie die Komplett-Übernahme von Strato erfolgreich abgeschlossen und ein Zusammenschluss mit Drillisch vereinbart.

Drillisch und United Internet (UI) haben auf dem Weg zur Schaffung einer starken 4. Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt einen wichtigen Fortschritt erzielt:

Das Bundeskartellamt hat die geplante Aktion ohne Auflagen freigegeben.

Die beiden Firmen haben vereinbart, dass Drillisch das in der 1&1 Telecommunication gebündelte Mobilfunk- und Festnetz-Geschäft mit Privatkunden schrittweise von UI übernimmt.

Im Gegenzug erhält UI neue Drillisch-Aktien aus 2 Sachkapital-Erhöhungen.

Mobilfunk-Betreiber setzen auf moderne Services

Während das klassische Mobilfunk-Geschäft immer unprofitabler wird, setzen v. a. die amerikanischen Anbieter auf moderne Vertrags-Modelle:

Dabei werden die klassischen Telekommunikations-Tarife mit neuen Streaming-Diensten oder weiteren Dienstleistungs-Angeboten kombiniert.

Damit sollen vor allen Dingen jüngere Kunden angesprochen werden. AT&T ist hier klarer Vorreiter. Aber auch die britische Vodafone hat schnell nachgelegt.

Gleichzeitig versucht man stärker auf Geschäfts-Kunden einzugehen. Hier werden noch höhere Renditen erzielt.

26. September 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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