Telekommunikations-Aktien: Service-Anbieter auf dem Vormarsch

Wer gern günstig telefoniert, kommt an Drillisch oder freenet AG nicht vorbei.

Als Preisführer setzt Drillisch regelmäßig neue Impulse und bietet für jede Nutzergruppe den günstigsten Tarif.

Geschäftsmodelle von Drillisch und freenet

Die Kunden wählen zwischen bekannten Namen wie O2 oder Vodafone, zahlen den Rechnungs-Betrag aber an den Dienst-Anbieter Drillisch.

In einem von starkem Wettbewerb geprägten Markt hat Drillisch den Umsatz in den ersten 9 Monaten 2016 um 14,7% gesteigert und alle wesentlichen Kennziffern erneut verbessert.

Dabei ist insbesondere der Service-Umsatz deutlich gestiegen; und zwar um 29%.

Auch freenet vermarktet Mobilfunk-Leistungen der 3 großen deutschen Netzbetreiber auf eigene Rechnung und zu eigenen Tarifen.

Dabei verzichtet das Unternehmen genau wie Drillisch auf den Betrieb einer eigenen Netz-Infrastruktur und kauft den Konkurrenten stattdessen deren überschüssige Mobilfunk-Kapazitäten mittels langfristiger Verträge ab.

Diese Konzepte scheinen sich durchzusetzen, denn:

Während die großen Telekommunikations-Anbieter wie AT&T, Vodafone oder die Deutsche Telekom mit einer enormen Kostenlast zu kämpfen haben, kassieren die Service-Anbieter einfach ab.

Der Telekommunikationsmarkt weist in den USA und Europa deutliche Sättigungs-Effekte auf.

Marktanteile können also nur noch hinzugewonnen werden, wenn sie den Konkurrenten streitig gemacht werden. Wer hier die günstigere Kosten-Struktur hat, wird langfristig gewinnen.  

United Internet übernimmt Strato

Die Übernahme von Strato durch United Internet ist durch das Bundeskartellamt freigegeben worden.

Damit kann United Internet die Transaktion im 1. Quartal abschließen und Strato ab dem 1. April 2017 in ihren Abschlüssen konsolidieren.

Strato, mit Hauptsitz in Berlin, beschäftigt über 500 Mitarbeiter und ist hauptsächlich in Deutschland und den Niederlanden aktiv.

Der Konzern glänzt mit über 2 Mio. Kunden-Verträgen, einem erwarteten Jahres-Umsatz 2016 von 127 Mio. € sowie einem erwarteten operativen Ergebnis (EBITDA) 2016 von 48,5 Mio. €.

Die Strato-Produktpalette besteht aus:

  • Domains,
  • E-Mail-Paketen,
  • Homepage-Komplettpaketen,
  • E-Shops,
  • Servern,
  • Online-Speichern
  • und individuellen High-End-Hosting-Lösungen.

Das operative Geschäft wird in 2 firmeneigenen Hochleistungs-Rechenzentren in Berlin und Karlsruhe betrieben.

Die Branche scheint derzeit im Übernahme-Fieber:

Erst Anfang Dezember hatte der US-Webhoster GoDaddy die Host Europe Group für 1,7 Mrd. € übernommen. Auch United Internet war ein Interesse an der Gruppe nachgesagt worden.

Klagewellen lassen Qualcomm kalt

Ein ganz anderes Bild zeigt sich beim Chiphersteller Qualcomm: Der Konzern wurde als Zulieferer von Apple und Samsung lange an der Börse als Geheimtipp gehandelt.

Jetzt hat der Konzern eine solche Marktmacht erlangt, dass Apple sogar ein Kartell-Verfahren einleiten musste, um dessen Marktmacht rechtlich zu begrenzen.

Qualcomm musste zwar die bittere Pille schlucken und einige Strafzahlungen in Kauf nehmen, langfristig lassen die rechtlichen Schritte den Konzern aber völlig kalt.

Qualcomm bleibt ein Qualitäts-Unternehmen mit weit überdurchschnittlichen Kurs- und Gewinn-Potenzialen; der Gewinn ist allein im letzten Quartal um 1/4 gestiegen.

4. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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