Terror und Steuern belasten die Touristik-Branche

Anders als erwartet boomen die Reisen nach Griechenland.

Die Buchungen liegen über denen des Rekordsommers 2015. Vor allem Korfu, Kreta und Rhodos sind bei den Deutschen beliebt, aber auch Spanien und Portugal. Die Türkei und Nordafrika werden dagegen gemieden. Insgesamt aber lagen die Sommerbuchungen Ende Mai noch 6% unter Vorjahresniveau. Ob der Rückstand noch aufgeholt werden kann, ist zweifelhaft.

Neben der Terrorgefahr im östlichen Mittelmeer bereitet ein Steuerstreit der Touristik-Branche Sorgen. Es geht um die Berechnung der Gewerbesteuer. Aufwendungen der deutschen Reiseveranstalter für den Einkauf von Hotelzimmer- Kontingenten sollen bei der Ermittlung der gewerbesteuerlichen Bemessungsgrundlage nicht vollständig abziehbar sein.

Damit behandeln die Finanzämter die Reiseveranstalter wie Unternehmen, die eine Produktionsstätte anmieten. Noch treibt der Fiskus wegen eines laufenden Rechtsstreits die Steuern nicht ein. Die Unternehmen müssen aber Rückstellungen bilden, was ihre finanzielle Beweglichkeit behindert.

Wird zu Ungunsten der Branche entschieden, muss TUI mit einem zusätzlichen Steueraufwand von 42 Mio € rechnen. Der Konzern wird die Hauptlast aber selber tragen müssen. Denn auf dem hart umkämpften Reisemarkt ist es kaum möglich, diese Lasten an die Kunden weiterzureichen. TUI hat bereits darüber nachgedacht, den Hotelzimmer-Einkauf ins Ausland zu verlegen.

Kuoni raus – DEAG rein

Die Übernahme der Schweizer Kuoni durch die Beteiligungsgesellschaft EQT ist unter Dach und Fach. Geplant ist auch ein Delisting. Entsprechend haben wir die Beobachtung beendet. Neu aufgenommen in die Aktien-Analyse haben wir die DEAG Deutsche Entertainment AG. Das Unternehmen ist einer der führenden Live-Entertainment-Veranstalter in Europa.

Die DEAG organisiert Tourneen (Einkauf, Weiterverkauf, Vermarktung, Produktion, Durchführung, Qualitätssicherung, Merchandising, Sponsoring, Rechteverwertung TV/DVD). Das Veranstaltungsportfolio umfasst sowohl Rock/Pop, Schlager/Volksmusik, Klassikveranstaltungen, Shows, das Friedrichsbau-Varieté in Stuttgart als auch das Plattenlabel DEAG Music.

Mattel und Hasbro diskutieren den Zusammenschluss

Um den Absatzrückgang der Barbie-Puppen zu kompensieren, bringt Mattel einen 3D-Drucker für Kinder auf den Markt. Damit sollen sich die Kinder ihre eigenen Spielzeuge wie Puppen, Roboter und Dinosaurier, oder Accessoires wie Armbänder und Ketten drucken können.

Neben dem Kaufpreis für das Gerät selbst müssen die Besitzer natürlich regelmäßig die Druckmaterialien nachkaufen. Von den klassischen Druckerherstellern wissen wir mittlerweile, dass das der eigentlich lukrative Teil des Marktes ist.

Doch da ist noch etwas, was die Mattel-Aktie derzeit interessant macht. Laut Gerüchten diskutiert Mattel derzeit mit dem Mitbewerber Hasbro den Zusammenschluss. Diese Fusion würde die Branche umkrempeln. Ein Zusammenschluss der beiden Spielzeughersteller könnte Mattels Traditionsmarken mit Hasbros Klassikern unter ein Dach bringen.

Die Spielzeugriesen hatten in den letzten Jahren wenig zu feiern, deshalb rechnen sie damit, mit vereinten Kräften stärker zu sein.

19. Juli 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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