Tesla: Absatzrekord haucht gebeutelter Aktie des Elektroautopioniers wieder Lebensenergie ein

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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Analysten zeigen sich trotz Rekordabsatz weiterhin skeptisch. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Als Tesla-Anleger brauchen Sie momentan wirklich starke Nerven. Auch wenn der Elektroautobauer gerade mit einem Absatzrekord von sich reden machte, die Kursentwicklung dürfte kaum jemanden zufriedenstellen. Trotz des jüngsten Kurssprungs liegt die Aktie seit Jahresbeginn rund 30% in der Verlustzone, wohlgemerkt während der breite Aktienmarkt deutlich nach oben lief (S&P 500 Index: +19%). Gut 17 Milliarden Dollar an Börsenwert haben sich bei Tesla allein in diesem Jahr in Luft aufgelöst.

Wie steht es um die operative Entwicklung des US-Konzerns? Wie schätzen die Analysten die Lage nach den aktuellen Zahlen ein?

Tesla im Portrait

Tesla entwickelt und vermarktet hochwertige Sportwagen auf Elektrobasis. Daneben produziert der Fahrzeughersteller auch elektrische Antriebskomponenten. Zu Teslas Angebot zählen die Auto-Reihen Model S, Model X und Model 3. Erstes fällt eher in die Kategorie Luxuslimousine, das Model X ist ein SUV. Geplant sind weitere Modelle des Autoherstellers.

Tesla stellt darüber hinaus auch Ladestationen, sogenannte Supercharger, bereit, mit denen das Model S innerhalb weniger Minuten vollständig aufgeladen werden kann. Außerdem ist das Unternehmen an der Entwicklung von Batteriesystemen und Antrieben tätig.

Mit dem Stromspeichersystem Powerwall bietet Tesla in seinem Portfolio außerdem einen Energiespeicher für den Haushalt. Der Speicher funktioniert wie ein Akku, der Solarstrom oder günstigen Nachtstrom speichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgibt. Zudem betreibt Tesla eine Batteriefabrik in Nevada.

Rekordabsatz im zweiten Quartal

Nach einem schwachen Jahressstart hat Tesla im abgelaufenen zweiten Quartal die Analystenerwartungen übertreffen können. Insgesamt lieferte der Konzern 95.200 Autos an seine Kunden aus. Das waren 4.500 mehr Fahrzeuge als im bisherigen Rekordquartal (Q4 2018). In den drei Monaten bis Ende Juni entfiel der Großteil der Auslieferungen mit 77.550 Stück wie erwartet auf Teslas Hoffnungsträger Model 3. Von den Vorgängermodellen S und X wurden zusammen 17.650 Stück ausgeliefert. Im Gesamtjahr 2019 will das Unternehmen weltweit zwischen 360.000 und 400.000 Elektroautos auf die Straße bringen.

Zukünftig weniger Transparenz für Investoren

Den Marktgerüchten über eine sinkende Nachfrage erteilte Tesla mit Vorlage der Zahlen eine deutliche Absage. Laut Unternehmensangaben befanden sich Ende des zweiten Quartals 7.400 Autos in Zustellung und werden damit sicher im aktuellen Quartal ausgeliefert. Zukünftig will Tesla allerdings auf die Veröffentlichung dieser Kennzahl verzichten und reduziert damit die Visibilität für die Anleger.

Auslaufende Förderung in den USA drückt auf die Stimmung

Zuletzt hatte der Elektroautopionier vor allem im Heimatmarkt USA zu kämpfen, weil die Förderungen dort schrittweise auslaufen. Kunden, die Ende 2018 sich einen Tesla zugelegt haben, konnten sich noch über einen Steuervorteil in Höhe von 7.500 Dollar freuen. Im ersten Quartal war es nur noch die Hälfte und ab Juli nur noch 1.875 Dollar. Gegen Jahresende wird es dann überhaupt keinen Bonus mehr für die Käufer geben.

Anpassung der Vertriebsstrategie

Unterdessen hat Tesla reagiert und seine Vertriebsstrategie in den USA angepasst. Neben einer Preissenkung wird das Model 3 nun auch im Leasing angeboten. Die Analysten zeigen sich dennoch skeptisch und sehen in dem Absatzrekord keinen Grund, ihre mehrheitlich skeptische Einschätzung zu ändern. Vor dem Hintergrund der Rabatte ist es fraglich, ob Tesla der nachhaltige Sprung in die Gewinnzone gelingt, so einige Analysten. Zudem beginnt sich der Wettbewerb deutlich zu verschärfen. Dass gerade vor wenigen Tagen der Tesla-Produktionschef vom Rivalen Lucid Motors abgeworben wurde, dürfte ebenfalls als kein gutes Zeichen gesehen werden.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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