Tesla Aktie: Heikel – Absatzziel wieder verfehlt

Was für ein Rückschlag!

Noch im Oktober hatte der Elektroautobauer Tesla sein Ziel bekräftigt, im Gesamtjahr 2016 zwischen 80.000 und 90.000 Fahrzeuge ausliefern zu wollen.

Doch bei 76.230 Autos war Schluss.

Damit hat Tesla einmal mehr seine selbst gesteckten, ambitionierten Ziele verfehlt und dadurch praktisch selbst eine Enttäuschung auf Anleger-Seite herbeigeführt:

Statt sich über das Absatz-Wachstum zu freuen, steht nun die miese Stimmung im Vordergrund. Das 4. Quartal lief demnach schlechter als gedacht.

Verantwortlich für die Liefer-Verzögerungen war laut Unternehmens-Angaben die Umstellung der Hardware beim Autopiloten, der in allen neuen Modellen verbaut werden soll.

Die Konkurrenz schläft nicht

Ob das andere Jahresziel erreicht wurde; nämlich, schwarze Zahlen zu schreiben, ist angesichts dessen noch ungewiss.

In den vergangenen Jahren hat Tesla v. a. Schulden angehäuft, die auch von Jahr zu Jahr größer wurden.

Etablierte Autobauer beäugen den Branchen-Neuling denkbar kritisch:

In Sachen Elektro-Antrieb und Autopiloten-Technik ist Tesla der Konkurrenz zwar weit voraus. Doch auch bei BMW, Daimler und Audi schläft man nicht – ganz im Gegenteil:

Auch hier werden Milliarden investiert, um Tesla schon bald angreifen zu können.

Das Interesse von Seiten der Kunden ist jedenfalls vorhanden, wie die prall gefüllten Auftragsbücher bei Tesla unter Beweis stellen.

Schwachstelle: Akkuleistung

Politisch ist der Schwenk weg vom Verbrennungsmotor hin zum E-Antrieb sowieso gewollt. Woran es beispielsweise hierzulande bislang mangelt, sind Ladestationen.

Doch an der Infrastruktur soll in den kommenden Jahren massiv gearbeitet werden:

Ein europaweites Projekt unter Beteiligung mehrerer Autobauer, aber auch Energie-Konzernen wie E.ON soll zahlreiche neue Ladestationen entstehen lassen.

Ein weiteres Manko ist die mangelnde Reichweite der Elektromotoren, Langstrecken sind bislang kaum möglich – außer bei Tesla, wo die Akku-Power für 500 km reicht.

Gerade in puncto Batterien kann Tesla zudem auch auf eine Erfolgsmeldung verweisen: In dieser Woche ging die Gigafactory an den Start.

Tesla-Aktie: Gigafactory eröffnet

Auf dem größten zusammenhängenden Fabrik-Gelände der Welt, das in den vergangenen Jahren aus dem Wüstenboden Nevadas gestampft wurde, beginnt ab sofort die Massen-Produktion leistungsfähiger Akkus für Tesla-Fahrzeugebe.

Aber auch die Massen-Produktion des Heim-Stromspeichers Powerwall, von dem sich die Firma zusätzliche Einnahmen verspricht, soll hier stattfinden.

Mit Hilfe der Powerwall-Akkus sollen Haushalte imstande sein, sich selbst mit Strom zu versorgen, indem Energie aus Photovoltaik-Anlagen gespeichert werden kann.

Die Tesla-Aktie jedenfalls konnte in den vergangenen Wochen einiges an Boden gut machen, geriet jedoch seit Jahresbeginn wieder etwas unter Druck.

Wohin die Reise im neuen Jahr gehen wird, hängt wohl nicht zuletzt von der Bilanz ab – und davon, wie gut Tesla-Anleger auf schlechte Nachrichten vorbereitet sind und damit umzugehen wissen.

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6. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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