Tesla-Aktie: Eintritt in den Massenmarkt = kräftige Kurs-Ausschläge

Es läuft weiter nicht wirklich rund für Elon Musk und sein Elektroauto-Unternehmen Tesla: Anleger schmeißen nach roten Zahlen das Handtuch. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Die positive Stimmung an den Aktienmärkten hält weiter an und sorgt für immer neue Höchststände.

Allerdings steigen mit den Kursgewinnen auch die Erwartungen der Anleger. Dies können Sie besonders bei den heißgelaufenen Wachstums-Aktien beobachten.

Sollten die Unternehmen nicht liefern, können Sie sich auf hohe Kurs-Ausschläge gefasst machen.

So verhält es sich auch bei der Aktie des Pioniers für Elektrofahrzeuge Tesla, die lange Zeit zu den Lieblingen der Anleger zählte.

Nach massiven Zugewinnen hatte Tesla sogar den größten Autokonzern der USA General Motors zwischenzeitlich im Börsenwert überholt. Doch diese Zeiten sind vorerst einmal vorbei…

Dass der Einstieg in den Massenmarkt Geld kostet, dürfte den Anlegern zwar bewusst gewesen sein.

Aber dass das Unternehmen von Elon Musk so kräftig in die roten Zahlen rutscht, hat dann doch für spürbaren Unmut bei den Investoren gesorgt:

Hohe Kosten für den Angriff im Massenmarkt haben den Elektroautobauer im 3. Quartal stärker als erwartet in die roten Zahlen gedrückt.

Es ist also kein Wunder, dass die Aktie nach Vorlage der Geschäftszahlen erst einmal deutlich auf Tauchstation ging.

Tesla fährt höchsten Verlust in der Firmengeschichte ein

Zugegeben, die Tesla-Anleger sind einiges gewohnt, standen den hohen Wachstumsraten bislang doch meist hohe Verluste gegenüber.

Aber mit den jüngsten Geschäftszahlen hatten die Investoren offenbar nicht gerechnet:

Obwohl der Quartals-Umsatz um 30% auf 3 Mrd. Dollar nach oben schoss und damit die Analysten-Erwartungen übertraf, rutschte der Auto-Hersteller tief in die Verlust-Zone:

Unter dem Strich verbrannte der Elektroauto-Pionier 619 Mio. Dollar. Das ist der höchste Verlust in der kompletten Firmengeschichte.

Im vergleichbaren Vorjahres-Quartal erzielte der US-Konzern noch einen kleinen Gewinn von 22 Mio. Dollar.

Eintritt in den Massenmarkt mit hohen Investitionen verbunden

Dabei liegen die Gründe für das schwache Abschneiden auf der Hand:

Denn der geplante Einstieg in den Massenmarkt mit seinem E-Auto-Modell 3 (Kaufpreis 35.000 Dollar) ist ein finanzieller Kraftakt.

Trotz hoher Investitionen hinkt Tesla seinen Fertigungs-Zielen spürbar hinterher.

Das wöchentliche Produktions-Zziel von 5.000 Fahrzeugen wurde unterdessen vom Jahresende um 1 ganzes Quartal nach hinten verschoben. Bis dahin ist es noch ein weiter weg…

Sie müssen wissen: Im abgelaufenen Quartal sind gerade einmal 260 Model 3-Fahrzeuge vom Band gelaufen. Ursprünglich hatte das Management mit 1.500 Fahrzeugen geplant.

Analysten zeigen sich skeptisch

Nach den vorgelegten Ergebnissen zeigen sich auch zahlreiche Analysten skeptisch.

Die Experten haben so ihre Zweifel, ob es Tesla wirklich gelingt die hochgesteckten Produktionsziele im kommenden Jahr zu erreichen.

Immerhin will das Unternehmen in 2018 1/2 Mio. Fahrzeuge herstellen. Das entspricht ungefähr dem Volumen von Volvo.

Eine besondere Herausforderung ist dabei die Herstellung der Batterie-Module, für die der Konzern extra eine eigene Fabrik in die Wüste von Nevada gesetzt hat.

Doch rund läuft es auch dort noch nicht: Probleme in den Fertigungs-Abläufen, der Software und mit den Zulieferern treiben Firmenchef Elon Musk weiterhin Sorgenfalten auf die Stirn.

Offenbar müssen die Fahrzeuge teilweise in Handarbeit fertiggestellt werden, da die Roboter in den Produktions-Straßen noch nicht wie geplant funktionieren.

Fazit

Die vorgelegten Ergebnisse zeigen, wie schwer es Tesla fällt mit seinen Fahrzeugen den Massenmarkt zu bedienen.

Vor dem Hintergrund der massiven Verluste erscheint die Bewertung weiterhin extrem sportlich.

Mit einem Jahres-Umsatz von 11 Mrd. Dollar ist Tesla kein Start-up mehr und muss jetzt liefern.

Sollte es das Unternehmen nicht schaffen, die Produktions-Hürden eines internationalen Automobil-Herstellers zu überwinden, dürfte das Aufwärts-Potenzial überschaubar sein.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.