Tesla Aktie: Elektroautopionier in den Schlagzeilen

Massenentlassungen, ein Fahrzeug in Flammen und Sabotagegerüchte – Tesla kommt nicht aus den Schlagzeilen, die Aktie gerät unter Druck. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Es vergeht kaum eine Woche, in der Tesla nicht in den Schlagzeilen steht. In den vergangenen Tagen häuften sich die Meldungen über den Elektroautopionier – das ging auch am Aktienkurs nicht spurlos vorbei. Ein Überblick.

Tesla streicht fast jede zehnte Stelle

Die Ankündigung, insgesamt 9 Prozent der Belegschaft zu entlassen, schlug ein wie eine Bombe – die Tesla Aktie zog kräftig an. Denn auch wenn der Schritt das zweite Quartal belasten dürfte, langfristig wittern Anleger hier sinkende Kosten und somit womöglich gar die Chance auf den einen oder anderen Gewinn.

Bislang zeichneten sich die Zahlenwerke des Autoherstellers vor allem durch spektakuläre Verluste aus. Immer wieder bekräftigte Firmengründer und Chef Elon Musk, seine Antriebsfeder bestehe nicht darin, Gewinne zu erwirtschaften, sondern seine Vision umzusetzen: umfassende Elektromobilität, erschwinglich auch für breite Käuferschichten.

Um diese zu erreichen, wurde das Model 3 entwickelt: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist es deutlich günstiger zu haben und bewegt sich preislich in etwa auf einem Niveau mit den Limousinen anderer Hersteller, etwa BMW. Doch es läuft bei weitem nicht alles rund mit dem Modell für den Massenmarkt.

Probleme beim Model 3

5.000 Stück pro Woche sollten vom Band laufen – und zwar schon vergangenes Jahr. Stattdessen dümpelt die Produktionszahl immer noch bei unter 4.000 Stück. Von der Öffentlichkeit wird die Entwicklung mit Argusaugen beobachtet.

Bei der Model-3-Produktion von Tesla beißt sich zudem die Katze in den eigenen Schwanz: Aus Effizienzgründen wollte Musk weite Teile des Produktionsprozesses automatisieren. Doch genau hier hinkt es immer wieder, weil die Roboter nicht so rund laufen wie sie sollten. Mehrfach mussten die Bänder gestoppt und Optimierungen vorgenommen werden. Ob es in dieser Gemengelage tatsächlich ein strategisch kluger Zeitpunkt war, massenweise Mitarbeiter zu entlassen, steht auf einem anderen Blatt.

Immerhin: Von den Stellenkürzungen sollen keine Arbeiter aus der Model-3-Herstellung betroffen sein, heißt es. Immerhin will Musk um jeden Preis bis Ende Juni das selbstgesteckte Produktionsziel erreichen. Doch es liegen weiterhin Steine im Weg – die womöglich zum Teil bewusst hingelegt wurden, wie der jüngste Skandal nahelegt.

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Sabotage durch Mitarbeiter?

Angeblich soll ein unzufriedener Mitarbeiter, dem eine gewünschte Beförderung versagt wurde, bewusst sabotiert und zudem etliche sensible Daten an Dritte weitergereicht haben. Das allein wäre schon schlimm genug.

Befeuert durch seinen leichten Hang zur Paranoia wittert Musk hier jedoch nicht das Werk eines frustrierten Einzeltäters, sondern mutmaßt, es könnte eine größere Verschwörung dahinterstecken. Feinde hat Tesla bekanntlich genug, sei es die Ölindustrie oder seien es Spekulanten an der Wall Street, die gegen die Tesla Aktie wetten. Anlass hierzu gaben in den vergangenen Monaten auch immer wieder mehr oder weniger spektakuläre Zwischenfälle mit Tesla-Fahrzeugen.

Tesla in Flammen

In Hollywood ging erst vor wenigen Tagen das Tesla-Fahrzeug einer bekannten US-Schauspielerin auf offener Straße und scheinbar ohne Vorwarnung in Flammen auf. Verletzt wurde niemand, doch der Zwischenfall reiht sich ein in eine längere Liste von Störfaktoren: In diesem Jahr kam es bereits zu mehreren Unfällen mit Beteiligung von Tesla-Fahrzeugen, vereinzelt auch mit tödlichem Ausgang für Beteiligte.

Statistiker werden dem nun entgegenhalten, dass Fahrzeuge anderer Hersteller im gleichen Zeitraum wesentlich häufiger in Unfälle verwickelt waren, auch in tödliche. Das stimmt. Und doch erregen Tesla-Unfälle nach wie vor besondere Aufmerksamkeit, vielleicht gerade weil sie vergleichsweise selten vorkommen – und weil die Technologie, sei es nun der Elektroantrieb oder der Autopilot, nun einmal noch in den Kinderschuhen steckt und daher unter besonderer Beobachtung steht.

Tesla Aktie nach Höhenrausch wieder unter Druck

So gut die Nachricht der Entlassungen am Parkett ankam: Die neuerlichen Schlagzeilen und insbesondere die Sabotage-Gerüchte haben die Tesla Aktie zuletzt wieder unter Druck gesetzt. Auch Gewinnmitnahmen dürften nach der jüngsten Rally eine Rolle gespielt haben.

Immerhin hat die Tesla Aktie auf Monatssicht um gut 25 Prozentpunkte zugelegt und kostete zuletzt gut 300 Euro oder 350 Dollar.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.