Tesla wächst rasant, doch nun droht „Produktions-Hölle“

Die Tesla-Aktie notiert wieder höher, doch Analysten sind skeptisch und Anleger hin- und hergerissen – wohin steuert der Kurs also? (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Top oder Flop? Längst zu heiß gelaufen oder noch Luft nach oben? Bei der Bewertung der Tesla-Aktie tun sich Aktionäre derzeit besonders schwer.

Auf der einen Seite gab es in den letzten Wochen gleich mehrere Gründe zum Jubeln:

So wurden im Juli die ersten Fahrzeuge des lang ersehnten neuen Typs Model 3 an die Kunden ausgeliefert.

Tesla Aktie: Model 3 und Q2-Bilanz treiben Kurs an

Rund 400.000 Vorbestellungen hatte Tesla einsammeln können, obwohl zuvor nur Prototypen bekannt waren der Fahrzeugreihe, mit der das Unternehmen den Massenmarkt erobern will.

Mit einem Einstiegs-Preis von 35.000 US-Dollar gilt das Model 3 als erschwingliches Elektro-Auto, das den Oberklasse-Limousinen etablierter Hersteller wie Daimler, Audi oder BMW Konkurrenz machen soll.

Inzwischen gibt es mehr als 450.000 Vorbestellungen, täglich kommen etliche weitere neu hinzu.

Auch die Quartalszahlen können sich sehen lassen: Der Umsatz wurde mehr als verdoppelt auf 2,8 Mrd. Dollar.

Die Verluste wurden erwartungsgemäß ausgeweitet von 293 auf 335 Mio. Dollar, fielen damit aber deutlich moderater aus als von vielen Beobachtern befürchtet.

Es ist also kein Wunder, dass die Tesla-Aktie in der Folge einen Sprung nach oben machte und nach einer zwischenzeitlichen Kurskorrektur zuletzt wieder rund 355 Dollar kostete.

Damit sind die Höchststände vom Juni zwar noch ein Stück entfernt (damals notierte das Papier zeitweise bei mehr als 385 Dollar), doch auch das scheint nun grundsätzlich wieder möglich.

Fehler durch Produktions-Hektik?

Auf der anderen Seite jedoch ist Tesla dafür bekannt, seine ambitioniert gesteckten Ziele regelmäßig zu verfehlen.

Und so sind die neuerlichen Prognosen mit Vorsicht zu genießen, wonach im kommenden Jahr 1/2 Mio. Model 3 von den Bändern laufen sollen.

2016 waren es gerade einmal 84.000 Stück, im 1. Halbjahr 2017 gab es eine moderate Steigerung auf 47.000.

Und Tesla-Chef Elon Musk spricht im Zuge der Markteinführung des Model 3 in Richtung seiner Belegschaft von einer „Produktions-Hölle“.

Nun, das riecht förmlich nach enormer Hektik in den betrieblichen Abläufen, bei denen potenziell Fehler unterlaufen können.

Trotz einer Wertsteigerung um mehr als 50% auf Jahressicht zeigen sich Analysten insgesamt eher zurückhaltend bei der Bewertung der Tesla-Aktie.

Grundsätzlich wird dabei durchaus weiteres Potenzial gesehen, sofern Tesla erfolgreich liefert, allerdings erscheint das Papier vielen momentan zu teuer, um vermehrt zuzukaufen.

Deutschland versinkt in Diesel-Diskussionen

Die deutschen Autobauer indes sollten den kleinen, lange Zeit belächelten US-Konkurrenten allmählich ernst nehmen.

Immerhin wird es noch einige Jahre dauern, bis BMW, Audi und Daimler ähnliche Modelle auf den Markt bringen können.

Zeit genug für die Politik, die Infrastruktur in Sachen Ladestationen auf Vordermann zu bringen, wenn man es denn ernst meint mit dem langfristigen Umstieg auf Elektro-Antriebe!

Doch erst einmal wird hierzulande noch über die Zukunft des Dieselmotors diskutiert…

2017-08-11 Tesla


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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