Wie bedrohlich ist Apple plötzlich für Tesla?

Tesla liefert sich ein Wettrennen mit den Autobauern – doch auch im Silicon Valley lauert Konkurrenz. Die Tesla-Aktie knickte zuletzt ein. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Der US-Elektroautobauer Tesla bewegt sich in einem schwierigen Spannungsfeld, die Konkurrenz lauert überall:

Einerseits sind da die etablierten Autohersteller wie General Motors, Toyota oder BMW.

Lange haben sie auf klassische Verbrennungsmotoren gesetzt – womöglich zu lang? Haben sie den Trend verpennt?

Fest steht: In Sachen Elektromobilität sind sie spät dran.

Zwar sollen die Fahrzeugflotten nun nach und nach umgerüstet werden. Doch bis man damit fertig ist, dürfte sich Tesla bereits ein großes Stück vom Kuchen gesichert haben.

Zukunftsmarkt autonomes Fahren

Doch es geht nicht nur um den elektrischen Antrieb und die Ausschöpfung einer möglichst hohen Reichweite mit der Batterie-Leistung.

Das 2. große Thema, das die Automobil-Industrie seit einigen Jahren umtreibt, ist das autonome Fahren.

Spur-Assistenten, Einpark-Hilfen, Abstands-Sensoren und Tempomaten sind schon jetzt in etlichen Autos verbaut, doch die Industrie will noch deutlich weiter gehen.

Das Ziel: Die Straßen sollen sicherer werden, der Risikofaktor Mensch als Unfall-Ursache am Steuer minimiert werden.

Dafür braucht es erhebliches technisches Know-how und eine enorme Vernetzungs-Leistung.

Ziemlich gut in Sachen Vernetzung ist bekanntlich ein anderer großer US-Konzern aufgestellt: Apple.

Der iPhone-Hersteller hat bereits vor Jahren ein eigenes kleines Technik-Universum erschaffen, in dem Apple-Geräte miteinander kommunizieren.

Apple: Zulieferer statt Autobauer?

Das könnte nun zum strategischen Vorteil werden.

Zwar scheinen sich die Gerüchte eher nicht zu bestätigen, dass Apple ein eigenes Auto auf den Markt bringen will – jahrelang war über einen solchen Schritt spekuliert worden.

Stattdessen scheint der Kultkonzern auf den weniger risikoreichen und kostenintensiven, dafür aber potenziell sehr lukrativen Markt der Autozulieferer zu setzen.

Und er möchte womöglich selbst zu einem solchen werden.

Das Szenario: Das Unternehmen entwickelt die Software und die Autobauer können diese in ihre Fahrzeuge verbauen.

Apple bräuchte sich nicht selbst in die Massenproduktion von Fahrzeugen einzuarbeiten und könnte trotzdem an dem lukrativen Zukunfts-Geschäft gut mitverdienen.

Gemeinsam mit Apple könnten die Autobauer dann auch Tesla das Leben zunehmend schwer machen – noch schwerer, als es der Pionier bereits jetzt durch überwiegend hausgemachte Probleme hat.

Tesla-Aktie: Bereit zum Absturz?

Tesla-Chef Elon Musk ist bekannt für ambitionierte Ziele und straffe Zeitpläne, die so gut wie nie eingehalten werden.

Nicht wenige Analysten sind in letzter Zeit dazu übergegangen, vor der monatelang gehypten Tesla-Aktie zu warnen.

Allein im 1. Halbjahr 2017 hat das Papier um zeitweise mehr als 60% zugelegt, erst seit Ende Juni verzeichnet die Kurve wieder einen etwas deutlicheren Knick.

Zuletzt kostete die Tesla Aktie 360 US-Dollar oder rund 318 €.

Experten der Berenberg Bank glauben weiterhin an den durchschlagenden Erfolg des E-Auto-Herstellers und garnieren ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von satten 464 Dollar.

Goldman Sachs dagegen warnt vor einem Absturz auf 190 Dollar und rät dementsprechend zum Verkauf.

2017-06-30 Tesla


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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