Tesla-Desaster: Produktionsziele weit verfehlt

Fast hatte man es nicht anders erwartet:

Tesla ist einmal mehr an seinen ehrgeizigen Zielen gescheitert – die Produktion des neuen Model 3 läuft wesentlich schleppender an als erhofft.

1.500 Fahrzeuge sollten im 3. Quartal produziert werden, das war die Messlatte, die Tesla-Chef Elon Musk gesetzt hatte. Am Ende liefen gerade einmal 260 Stück vom Band.

Anleger reagierten zunächst enttäuscht, ließen dann aber Milde walten – kein Wunder, denn von Tesla ist man ohnehin nichts anderes gewohnt.

Regelmäßig ruft Musk ambitionierte Ziele aus, gerade in Sachen Produktions- und Absatzzahlen. Und ebenso regelmäßig werden diese Ziele dann erheblich verfehlt.

Immerhin: Ein Absatz-Plus

Analysten haben ihre Erwartungen dementsprechend auf ein realistischeres Maß heruntergeschraubt.

Das hat für Tesla wiederum den Vorteil, dass es die Chance gibt, diese Markterwartungen dann doch einmal zu übertreffen.

Gelungen ist dies zuletzt bei den Absatzzahlen, die um 4,5% höher ausfielen als im Vorjahres-Quartal. Insges. konnten 25.336 Fahrzeuge produziert und 26.150 ausgeliefert werden.

Mehr als die Hälfte der an den Kunden gebrachten Fahrzeuge entfiel auf das Model S. Etwas mehr als 14.000 Stück der Luxus-Limousine wurden im vergangenen Quartal verkauft.

Model 3 – Der neue Trabbi?

Dennoch: Die schwachen Produktionszahlen beim Model 3 treiben manch einem Beobachter die Sorgenfalten auf die Stirn.

Immerhin sollen bis zum Jahresende ganze 5.000 Stück produziert werden – pro Woche!

Musk gibt sich zuversichtlich: Zuletzt habe es zwar „Produktions-Engpässe“ gegeben, grundsätzlich gebe es aber keine Probleme in der Fertigungskette.

Blumige Worte sind das eine, doch da Tesla allzu oft schon nicht liefern konnte, was Musk vorab vollmundig versprochen hatte, fragt sich, wer dem noch Glauben schenken soll.

Die Warteliste ist lang, Hunderttausende Bestellungen sind für das Model 3 eingegangen, weltweit warten potenzielle Tesla-Käufer auf ihr Auto wie einst die DDR-Bürger auf ihren Trabant.

Sollte sich die Produktion allzu lange hinziehen, ist fraglich, ob nicht doch noch der ein oder andere ungeduldig wird, abspringt – und womöglich bei der Konkurrenz fündig wird.

Die schläft nämlich nicht, ganz im Gegenteil.

Tesla-Aktie: Die Luft wird dünner

Sowohl General Motors als auch Ford haben in Sachen Elektromobilität längst aufgerüstet und wollen in den kommenden Jahren etliche Stromer auf den Markt bringen.

Dass Tesla momentan einen so großen Marktanteil bei den E-Autos hält, liegt v. a. an einem Mangel an Alternativen.

Wenn die etablierten Autobauer erst einmal nachziehen, dürfte die Luft schnell dünner werden für den Elektro-Auto-Pionier.

Die Tesla-Aktie, welche im September an der Nasdaq einen Jahreshöchstwert von gut 389 Dollar erzielen konnte, hat sich von dieser Marke inzwischen wieder ein Stück weit entfernt.

Zuletzt kostete das Papier nur noch 355 Dollar oder 303 €.

2017-10-06 Tesla


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7. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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