Tesla-Aktie nach Quartalszahlen: Worauf es jetzt ankommt

Der Elektroautobauer Tesla ist kein gewöhnliches Unternehmen. Investoren dürfen hier bislang nicht auf üppige, ja sogar nicht einmal auf schmale Gewinne hoffen, sondern müssen sich auf immer wieder neue Verlustmeldungen einstellen.

So war es auch bei der Bilanzpräsentation für das abgelaufene Vierteljahr. Im zweiten Geschäftsquartal hat Tesla zwar seinen Umsatz um ein Viertel gesteigert, doch unterm Strich steht ein Verlust von 184 Millionen Dollar.

Immerhin: Der bereinigte Verlust fiel etwas weniger heftig aus als befürchtet. Prognosen hatten mit 60 US-Cent je Aktie gerechnet, tatsächlich belief sich der Verlust auf nur 48 US-Cent je Aktie.

Jahresprognose gesenkt

Die Absatzzahlen konnten im Vergleich zum ersten Quartal leicht gesteigert werden von 10.045 auf 11.507 Fahrzeuge. Damit ist jedoch klar, dass die Verkaufszahlen im zweiten Halbjahr deutlich zulegen müssen, um die Jahresprognose halten zu können.

Diese wurde im Zuge der Quartalsbilanz auch gleich nach unten korrigiert. Vormals ging Tesla-Chef Elon Musk von einem Verkauf von 55.000 Autos im laufenden Jahr aus, nun werden nur noch 50.000 bis 55.000 angepeilt. Doch selbst dieses Ziel klingt aus heutiger Sicht äußerst ambitioniert.

Helfen soll vor allem das neue Model X, dessen für September angekündigte Markteinführung noch einmal bekräftigt wurde. Allerdings scheint es Probleme mit den Zulieferern einiger Komponenten zu geben, die mit der Produktion nicht hinterherkommen, sodass unklar ist, ob der hohe Bedarf am Ende tatsächlich abgedeckt werden kann.

Weiterhin hoher Kapitalbedarf

Zumindest die Vorbestellungen konnten aber noch einmal gesteigert werden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg ihre Anzahl in Europa um 50 Prozent, in den USA immerhin um 30 Prozent. Auch in China konnten nach holprigem Start nun Erfolge erzielt werden.

Dennoch gilt es als wahrscheinlich, dass der Kapitalbedarf des Unternehmens auch in den kommenden Jahren hoch bleiben wird. Immerhin baut Tesla derzeit in Nevada eine riesige Produktionsstätte und investiert zudem in die Entwicklung eines Energiespeichers namens „Powerwall“. Mit dessen Hilfe sollen Privathaushalte, die ihre Stromversorgung etwa über Solarkollektoren selbst sichern, einen Stromspeicher installieren können, der ihren Bedarf auch in den Nachtstunden abdeckt.

Laut Musk ist das Interesse an der „Powerwall“ bereits sehr hoch. Wie beliebt das Produkt auf dem Markt tatsächlich sein wird, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Analysten und Anleger skeptisch

Analysten zeigten sich zuletzt skeptisch angesichts der durchwachsenen Zukunftsaussichten: Verzögerungen beim Model X und die Ungewissheit darüber, ob das Jahresziel erreicht werden kann, sorgten für zurückhaltende Bewertungen.

Auch die Aktionäre zeigen sich zunehmend verunsichert. Allein innerhalb der letzten Woche hat das Papier rund 13 Prozent an Wert verloren, seit Anfang August ging es kräftig abwärts von fast 244 auf inzwischen nur noch 217 Euro.

2015-08-14 Tesla

14. August 2015

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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