Tesla Aktie rauscht in den Keller

Die Tesla Aktie ist zum Wochenauftakt deutlich abgerutscht – nach neuen Gerüchten um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Steht Tesla kurz vor der Pleite? Entsprechende Gerüchte gibt es immer wieder, doch nun erhalten sie plötzlich handfeste Nahrung: Offenbar hat der Elektroautopionier einige Zulieferer um die Rückerstattung bereits getätigter Zahlungen gebeten.

Konkret geht es um Beträge, die bereits im Jahr 2016 geflossen sein sollen. Beobachter befürchten, dass Tesla auf die Rückzahlungen angewiesen ist, um den laufenden Betrieb zu finanzieren – sollte sich dies bewahrheiten, wäre es eine Katastrophe für das Unternehmen und seine Anleger.

Offiziell will man davon bei Tesla freilich nichts wissen. Ein Unternehmenssprecher wiegelte ab und nannte die in Frage stehenden Rückzahlungen eine Investitionsmöglichkeit in die gemeinsame Zukunft beider Seiten, also von Tesla einerseits und den Zulieferern andererseits.

Tesla Aktie im Keller

Doch ganz so einfach dürfte es nicht werden, die Wogen zu glätten. Sowohl Tesla Aktien als auch Anleihen gerieten zuletzt massiv unter Druck. Die Tesla Aktie rutschte Anfang der Woche unter die Schwelle von 300 Dollar und notierte damit rund 12 Prozent tiefer als noch einen Monat zuvor.

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Und damit nicht genug: Die beiden erklärten Hauptziele für dieses Jahr stehen auf der Kippe. Die Produktion von 5.000 Fahrzeugen des Typs Model 3 ist zwar Ende Juni offenbar kurzfristig gelungen. Ob sich das Produktionsniveau jedoch aufrechterhalten lässt, muss sich erst noch zeigen. Für die positive Presse zum Erreichen des Produktionsziels wurde kräftig improvisiert, so wurde etwa eine Fertigungslinie in einem riesigen Zelt auf dem Tesla Gelände errichtet. Um langfristig zu überzeugen, werden sich die Prozesse zunächst verstetigen müssen.

Das zweite große Ziel von Firmengründer und CEO Elon Musk ist es, noch in diesem Jahr mit Tesla schwarze Zahlen zu schreiben – doch außer ihm selbst glaubt kaum jemand daran, dass das gelingen wird. Für das abgelaufene zweite Quartal jedenfalls rechnen Analysten im Schnitt mit einer Ausweitung der Verluste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Bilanz wird am 1. August vorgelegt.

Q2-Bilanz als Richtungsbarometer?

Sollte sich darin keine Trendwende ablesen lassen, dürfte die Luft immer dünner werden – auch für die Tesla Aktie, die schon immer eine hochriskante Wette war. Musk wird jedenfalls nicht umhinkommen, seinen vollmundigen Versprechen früher oder später auch harte Fakten im Sinne positiver Zahlen folgen zu lassen, wenn die Anleger ihre bereits hochstrapazierten Nerven nicht irgendwann ganz verlieren sollen.

Gerade in der aktuellen Gemengelage warnen Experten umso eindringlicher vor einer Investition in das Papier, trotz der vergleichsweise günstigen aktuellen Notierung. Das Risiko, hier ins berüchtigte fallende Messer zu greifen, ist hoch und empfiehlt sich ausschließlich für besonders mutige Anleger, die im Zweifelsfall auch herbe Verluste verschmerzen können.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.