Tesla-Aktie: Darum jetzt wertvoller als Ford

Es ist eine dieser wahnsinnigen Börsen-Storys:

Ein Start-up mit einer innovativen Idee, ein risikofreudiger Chef mit festem Glauben an seine Visionen, der es schafft, zahlungskräftige Investoren zu überzeugen – und schon ist die kleine Firma mehr wert als manch ein alteingesessener Traditions-Konzern.

So oder so ähnlich dürfte es manch einem Börsen-Beobachter vorkommen, der zuletzt die Meldungen verfolgt hat:

Tesla ist am Parkett jetzt mehr wert als Ford und somit hinter General Motors der zweitwertvollste Autobauer der USA.

Tesla: Mehr als nur ein Autobauer

Dabei stimmt das bekanntlich nur halb, denn ein klassischer Autobauer ist Tesla eigentlich gar nicht. Immerhin ist die Produkt-Palette bislang reichlich überschaubar.

Und das 2. Standbein, die Herstellung von Akkus für die Speicherung von selbst erzeugtem Ökostrom in Privat-Haushalten, sollte nicht übersehen werden.

Dennoch hängt auch die Batterie-Produktion eng zusammen mit den Autos und ihrem Erfolg.

Denn Tesla ist in der Lage, die Reichweite seiner Fahrzeuge durch verbesserte Batterie-Leistungen immens zu erhöhen.

Das ist ein klares Kaufargument für die skeptische Kundschaft und ein starkes Abgrenzungs-Merkmal gegenüber der Konkurrenz.

Denn Ford und GM, Daimler, BMW und Volkswagen setzen bislang noch zu stark auf Verbrennungsmotoren.

Für sie bilden die Elektrofahrzeuge bislang nur ein Nischenprodukt, das noch wenig nachgefragt wird. Die Betonung liegt aber auf: noch.

Der Durchbruch kommt – und Tesla ist schon da

Denn dass der Siegeszug der E-Autos bevorsteht, daran zweifeln mittlerweile selbst die Manager in Stuttgart oder Ingolstadt nicht mehr.

Nur dass es sich Tesla dort als Platzhirsch bereits bequem machen kann, ehe die Konkurrenz das Feld auch nur nennenswert betritt.

Sicherlich, gemessen an Produktions- oder Umsatz-Zahlen kann sich Tesla bislang nicht mit Ford oder anderen messen lassen. Doch betrachtet man isoliert die Elektroauto-Sparte, ist Tesla unangefochtener Spitzenreiter.

Auch das Wachstum ist enorm; die Produktionszahlen steigen in rasantem Tempo: Im 1. Quartal 2017 hat Tesla rund 25.000 Autos ausgeliefert, so viele wie nie zuvor und 69% mehr als im Vorjahres-Zeitraum.

Damit ist Tesla auf einem guten Weg das Halbjahresziel von 50.000 Fahrzeugen zu erreichen. Und schon im kommenden Jahr wird die halbe Million angepeilt.

Tesla-Aktie: Abhängig vom Model 3

Dann nämlich soll das Model 3 auf dem Markt sein, für das es bereits jetzt mehr als 400.000 Vorbestellungen gibt. An seinem Erfolg wird sich entscheiden, wie es für Tesla weitergeht.

Gelingt der Durchbruch, wäre das Model 3 für Tesla so etwas wie das iPhone für Apple und würde wohl Tür und Tor für weitere Erfolgsstories öffnen.

Bereits jetzt setzen hoffnungsvolle Anleger vermehrt auf die Tesla-Aktie, die allein in den vergangenen 6 Monaten um mehr als 50% zulegen konnte.

Zuletzt kostete das Papier rund 300 US-Dollar – Tendenz: steigend.

2017-04-20

21. April 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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