Tesla-Aktie: Was die Experten jetzt sagen

Eines muss man ihm lassen: Elon Musk erkennt Chancen – und weiß sie zu nutzen.

Man kann dem Tesla-Chef sicherlich einiges vorwerfen.

So soll er z. B. im Umgang mit seinen Mitarbeitern nicht gerade zimperlich sein und von ihnen ein hohes Maß an Engagement-Bereitschaft für sein Unternehmen verlangen.

Vorfall in Bayern: Unverhoffte PR für Tesla

Als aber vor wenigen Tagen ein Vorfall aus Bayern weltweit Schlagzeilen machte, bei dem ein Fahrzeug aus dem Hause Tesla involviert war, zögerte Musk nicht lang:

Ein Tesla-Fahrer hatte auf einer Autobahn in der Nähe von München beobachtet, wie ein anderer Verkehrs-Teilnehmer unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen die Kontrolle über sein Auto zu verlieren drohte.

Daraufhin überholte der Tesla-Fahrer das andere Fahrzeug, bremste ab und verursachte somit vorsätzlich einen Auffahr-Unfall um das andere Auto zu stoppen – und vermutlich Schlimmeres zu verhindern.

Rettungskräfte lobten das riskante Manöver, das aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens das Leben des anderen Autofahrers gerettet hat.

Und auch Tesla-Chef Musk schaltete sich kurze Zeit später ein: Er gratulierte dem Tesla-Kunden zu seinem Einsatz und versprach, der Hersteller werde für alle Reparatur-Kosten aufkommen.

Das ist schön für den Fahrer – und gute Publicity für Tesla ist es obendrein.

Musk engagiert sich als Trump-Berater

Die kann Musk auch gut gebrauchen, denn in den USA hat er zuletzt eher für Verwirrung unter seinen Anhängern gesorgt:

Musk, der Chef einer Firma, die auf alternative Energien setzt, ausschließlich Elektroautos baut und auch für den Hausgebrauch Solarpanels und Speichermöglichkeiten anbietet, sympathisierte im US-Wahlkampf mit dem damaligen Präsidenten Barack Obama und der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton.

Seit dem Wahlsieg Donald Trumps im November hat er sich allerdings auch mit diesem auseinandergesetzt – und sich sogar einem Berater-Gremium für das Weiße Haus angeschlossen.

Es ist ein Schachzug, der auf den 1. Blick irritiert, doch Musk verteidigt seine Strategie:

Er wolle sich kritisch engagieren und der neuen Regierung „Feedback“ geben zu „Fragen, die für unser Land und die Welt wichtig sind“, verkündete er via Twitter.

Er sieht sich selbst als gemäßigt-kritische Stimme in dem Gremium, von dem er hofft, dass Trump hier eher bereit ist zuzuhören, während seine Gegner von außen ihn v. a.  attackieren.

So unterschiedlich die Haltungen beider Männer in puncto Energiewende sind, so sehr schätzt Trump an Tesla v.a . eine Qualität:

Der Elektroautobauer steht für Milliarden-Investitionen in amerikanische Produkte, fertigt seine Fahrzeuge im Inland und hat gerade mit dem Bau der Gigafactory in Nevada etliche Arbeitsplätze geschaffen.

Tesla-Aktie: Nach der Rally noch Luft nach oben?

Aus Sicht von Tesla-Anlegern läuft es ohnehin schon richtig gut, seit Trump die Wahl gewonnen hat:

In den vergangenen 3 Monaten hat die Tesla-Aktie um satte 40% zugelegt, auf Jahressicht notiert sie damit inzwischen gut 70% höher und befindet sich damit auf dem Niveau ihres Allzeithochs.

Zuletzt kostete das Papier knapp 270 US-Dollar oder 250 €.

Ein Analyst des Investmenthauses Robert W. Baird sieht trotz der Rally noch Luft nach oben – und empfiehlt den baldigen Einstieg.

Seine optimistische Einschätzung begründet er mit dem anstehenden Produktionsstart des neuen Model 3, dessen Auslieferung bereits zum Jahresende beginnen soll.

In der Vergangenheit war die Tesla-Aktie in den Monaten vor der Markteinführung eines neuen Modells stets gestiegen.

Darüber hinaus rechnet der Experte mit einer positiven Überraschung bei der Präsentation der Quartals-Bilanz für das 4. Quartal 2016.

Der Termin steht bereits in wenigen Tagen an; die Zahlen werden am 22. Februar vorgestellt.

2017-02-17 Tesla

17. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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