Tesla-Chef Musk: Neuer Ärger mit US-Börsenaufsicht

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Tesla-Chef Elon Musk hat wieder einmal Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC. Was macht die Tesla-Aktie? (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Vor wenigen Tagen teilte Tesla-Chef Elon Musk über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: Tesla baute 0 Autos 2011, aber wird 2019 rund 500.000 bauen. Das hätte er besser nicht getan. Denn dadurch hat er sich neuen Ärger mit der US-Börsenaufsicht (SEC) eingehandelt.

Neuer Ärger deshalb, weil Musk schon im vergangenen Jahr größeren Ärger mit der SEC hatte. Im August 2018 twitterte er, dass er Tesla zu einem Aktienkurs von 420 US-Dollar je Aktie von der Börse nehmen wolle. Die teure Finanzierung dieses Vorhabens sei gesichert, so Musk. Damit sorgte Musk zunächst für ein regelrechtes Kursfeuerwerk bei der Tesla-Aktie.

Später brach der Kurs wieder ein und die Behauptung von Tesla-Chef Elon Musk stellte sich als haltlos heraus (ich habe darüber seinerzeit ausführlich an dieser Stelle berichtet). Es folgte eine Klage durch die SEC wegen Marktmanipulation.

Die SEC und Musk einigten sich auf einen Vergleich, bei dem Musk ziemlich glimpflich davon kam. Musk erhielt eine Geldstrafe und er wurde dazu gezwungen, den Vorsitz im Verwaltungsrat von Tesla abzugeben.

Darüber hinaus erhielt er Auflagen im Zusammenhang mit der Kommunikation mit Anlegern. Gegen diese hat er nun nach Ansicht der SEC verstoßen.

Umstrittene Twitter-Nachricht

Wie eingangs schon geschrieben, hat Musk kürzlich via Twitter angekündigt, dass Tesla in diesem Jahr rund 500.000 Autos bauen wird. Das wertet die Börsenaufsicht SEC als Verstoß gegen die Auflagen, die besagen, dass Tesla jegliche Kommunikation Musks an die Kapitalmärkte vorher prüfen und genehmigen muss.

Wie ich finde zurecht! Denn Tesla hatte in einem Brief an die Aktionäre die Zahl von 400.000 Autos als Auslieferungsziel für das laufende Jahr genannt. Eine Differenz von 100.000 Autos wäre auf jeden Fall kursrelevant und damit meldepflichtig.

Ein Tesla-Anwalt teilte hingegen mit, Musk sei der Meinung gewesen, die Aussagen wiederholten nur, was Ende Januar bei Vorlage der Quartalszahlen schon verkündet wurde. Aus meiner Sicht eine fadenscheinige Äußerung.

Womöglich, weil dies auch Musk klar wurde, ruderte er rasch zurück und erklärte, dass die 500.000 Autos nur eine aufs Jahr hochgerechnete Produktionsrate meinten, die Ende 2019 erreicht werden könne.

Die US-Börsenaufsicht zeigt sich davon allerdings wenig beeindruckt. Es gebe keine vorab genehmigte schriftliche Kommunikation vom 30. Januar, die behauptet, dass Tesla rund 500.000 Autos im Jahr 2019 baut.

Damit ist der Tweet nicht nur unabgesprochen, sondern auch inhaltlich falsch gewesen (wegen der zuvor genannten 400.000 Autos), schlussfolgert die SEC. Dies, so die Behörde, sei ein klarer Verstoß gegen die vorher festgelegten Regeln gewesen.

Heute hat Musk sogar in einem zweiten Tweet nachgelegt, in dem er sinngemäß mitteilte, dass mit der SEC-Aufsicht etwas nicht in Ordnung sei. Das dürfte nicht zu Nachsicht in der Behörde mit Musk führen.

So reagiert die Tesla-Aktie

Die Tesla-Aktie war gestern nachbörslich etwas deutlicher in den roten Bereich gerutscht, reagiert heute aber so gut wie gar nicht auf die Vorwürfe der SEC.

Meine Einschätzung zu Tesla: Egal, ob Musk erneut verurteilt wird oder nicht, für mich ist die Tesla-Aktie weiterhin kein empfehlenswertes Investment. Wenn der Großaktionär und Chef eines börsennotierten Unternehmens fest davon überzeugt ist, dass Gesetze und Börsenregeln für ihn persönlich nicht gelten, dann ist diese Person eine tickende Zeitbombe für das Unternehmen.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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