Tesla: Der Konkurrent im Vorgarten

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BMW, Daimler und VW müssen zittern, das spüren selbst die Aktionäre: Tesla plant einen Standort in Deutschland. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Es ist ein Weckruf für die deutschen Autobauer: Tesla plant einen neuen Standort, genauer gesagt seine weltweit vierte Giga Factory, ausgerechnet im Autoland Deutschland.

Die stärkste Industrie des Landes wird nun also ausgerechnet in der Heimat bedroht von diesem mittlerweile gar nicht mehr so neuen Konkurrenten aus dem Silicon Valley, den die Manager von BMW, Daimler und Volkswagen lange nicht wirklich für voll genommen hatten. Nun könnte Tesla sie das Fürchten lehren.

Deutsche Autobauer hinken bei E-Technologie hinterher

Denn die Elektrooffensive der deutschen Drei hat bekanntlich mit Rückschlägen zu kämpfen, die paar E-Modelle, die es bislang gibt, erweisen sich als Ladenhüter. Die Deutschen trauen der neuen Technologie noch nicht so recht über den Weg, sie zweifeln an der Reichweite wie auch der bestehenden Ladeinfrastruktur. Daran konnten bislang auch staatliche Subventionen wenig ändern, die jüngst noch einmal aufgestockt wurden. Mehrere tausend Euro Preisvorteil können Kunden nun rausholen, wenn sie in ein E-Auto investieren.

Doch statt Aufbruch- herrscht Katerstimmung in München, Stuttgart und Wolfsburg. Noch immer wirkt der Dieselskandal nach, noch immer kann man sich nicht so recht anfreunden mit dem Elektroantrieb, noch immer verschlingen Forschung und Entwicklung derart hohe Summen, dass Daimler dieser Tage sogar ein Sparprogramm verkündet.

Verschärfte Konkurrenz

Zwar profitieren die Autobauer von der Lust der Kunden auf die großen teuren SUV-Modelle, doch in Sachen alternative Antriebstechnologien gelten sie nicht gerade als Vorreiter. Ganz anders als Tesla. Dass der Wettbewerber nun verstärkt auf den europäischen Markt drängt und mit seinem Standort in Brandenburg auch die hiesigen Zulieferstrukturen im Blick hat, sollte die deutschen Hersteller wachrütteln. Die Konkurrenz um die besten Köpfe im Betrieb, aber auch um die Zulieferkapazitäten könnte künftig härter werden.

Die Liebe zum alten Verbrennungsmotor teilen die deutschen Hersteller mit den Kunden, doch schon jetzt ist ein Ende in Sicht: Am Horizont zeichnen sich längst die Fristen ab, bereits in den 2030er Jahren wollen etliche Staaten keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr neu zulassen. Die Zeit drängt, und die Konkurrenz schläft nicht, ganz im Gegenteil – das unterstreichen die Tesla-Pläne einmal mehr.

Aktien der deutschen Autobauer im Minus

Die geplante Giga Factory im brandenburgischen Grünheide entsteht in unmittelbarer Nähe zur Autobahn und zum Vielleicht-Flughafen BER, mit guter Anbindung an die Hauptstadt. Neben Batterien soll hier unter anderem das neue SUV-Modell der Tesla-Reihe gebaut werden. Der Standort dürfte sich zum zentralen Europa-Drehkreuz von Tesla entwickeln.

Die Eröffnung ist laut Tesla-Chef Elon Musk für 2021 geplant, tatsächlich könnte aber auch noch etwas mehr Zeit ins Land gehen, bis es wirklich soweit ist. In Brandenburg hofft man unterdessen, dass die Investitionsoffensive Schule macht – und Tesla womöglich zum Vorbild wird für weitere Global Player, die sich in Deutschland ansiedeln könnten.

Anleger fürchten den neuen Konkurrenten: Die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen rutschten nach Bekanntwerden der Meldung am Mittwoch ins Minus.

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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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