Tesla: Dieses neue Modell soll für Umsatzrekorde sorgen

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Der Elektroautobauer Tesla hat sein lang erwartetes Model X vorgestellt. Vom Erfolg des SUV hängt viel ab für das Unternehmen und seinen Aktienkurs. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Top oder Flop? Das ist die große Frage für Tesla mit Blick auf das neue Model X. Der Geländewagen wurde Ende September vorgestellt und wird voraussichtlich Anfang 2016 mit dann zweieinhalbjähriger Verspätung in Massenproduktion und Verkauf gehen.

Die Erwartungshaltung ist immens, und daran sind das Unternehmen selbst sowie insbesondere Firmenchef Elon Musk nicht ganz unschuldig. Immerhin werden die Produktpräsentationen ebenso verschleiert und mythenbildend vorbereitet wie beim Technologiekonzern Apple.

Immer wieder befeuert Musk die Gerüchteküche höchstpersönlich, etwa via Twitter, wo er per Kurznachricht häufig eher Verwirrung als Klarheit stiftet. Neuerdings kursierten über diesen Weg Gerüchte über ein neues Model Y sowie über eine günstigere Einstiegsversion des Model X, das als SUV eine andere Kundenschicht ansprechen soll als das bisherige Model S, das als Oberklasse-Limousine daherkommt.

Tesla schreibt rote Zahlen

Eingefleischte Fans und treue Bewunderer hat das Unternehmen in den letzten Jahren durchaus gewinnen können, sowohl unter den Kunden als auch bei den Aktionären. Doch man muss die Visionen des Elon Musk schon teilen, um hier zu investieren – denn rein wirtschaftlich betrachtet lohnt das bisher nicht wirklich.

Tesla schreibt rote Zahlen, tätigt aber gleichzeitig immense Investitionen – so entsteht derzeit auf dem Wüstenboden von Nevada mit der „Giga Factory“ die größte zusammenhängende Produktionsstätte der Welt. Hier sollen künftig Batterien gefertigt werden, die eine höhere Reichweite der Elektrofahrzeuge sichern sollen.

Ganz nebenbei erweitert man auch das Produktportfolio um Akkus für den Hausgebrauch, mit deren Hilfe Häuser mit eigener Energieversorgung, etwa über Solarzellen auf dem Dach, den generierten Strom speichern und zeitversetzt nutzen können. „Powerwall“ heißt das Gerät und soll ebenfalls bei den umweltbewussten Kunden punkten.

Fans warten auf Model X – Tesla muss liefern

Doch zurück zum eigentlichen Kerngeschäft, den Fahrzeugen. Hier hängt vieles vom Erfolg des Model X ab. Bislang sind offiziellen Angaben zufolge bereits mehr als 25.000 Bestellungen für das neue Auto eingegangen – nun muss Tesla bald liefern, um die wartende Kundschaft nicht missgünstig zu stimmen.

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Für Rückenwind könnte zudem der aktuelle VW-Abgasskandal sorgen. Das Image der als vergleichsweise sauber geltenden Dieseltechnologie wurde durch die manipulierten Abgaswerte erheblich beschädigt. Denkbar, dass dies den Elektrofahrzeugen zu neuem Schub verhilft.

Das wäre aus Sicht von Tesla auch dringend notwendig – denn vom selbstgesetzten (und bereits nach unten korrigierten) Jahresziel von 50.000 bis 55.000 verkauften Fahrzeugen ist man noch weit entfernt.

Jahresziel ambitioniert

In den ersten neun Monaten wurden 33.100 Autos der Marke Tesla verkauft. Um das Ziel zu erreichen, müssten im vierten Quartal mindestens weitere 17.000 Fahrzeuge an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden. Mit Blick auf die bisherige Entwicklung darf man das als ambitioniert bis unwahrscheinlich einschätzen.

Erste Analysten senken angesichts dieser Aussichten ebenfalls den Daumen und korrigieren ihre Kursziele nach unten. Die Aktie, die zuletzt für rund 200 Euro oder 227 Dollar zu haben war, wird in jüngsten Studien nur noch mit etwa 280 Dollar bewertet.

Darin steckt zwar noch einiges Kurspotenzial, doch in den Sommermonaten hatte es schon Prognosen deutlich über 300 und von bis zu 465 Dollar gegeben.

Insofern wird auch der weitere Verlauf des Aktienkurses maßgeblich davon abhängen, wann das Model X tatsächlich ausgeliefert wird – und wie viele Kunden es dann auch tatsächlich haben wollen.

2015-10-09 Tesla


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David Gerginov
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.