Tesla: Eine weitere Warnung!

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Die Tesla-Aktie dürfte heute nicht nur ihr +50%-Rallye beenden: Es droht ein massiver Kursabsturz! (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Gerade gestern hatte ich Ihnen noch über unerwartet kräftig gestiegene Notierungen der Autoaktien in Deutschland und den USA berichtet.

Nun zeichnet sich für heute Nachmittag ein Kurssturz von mindestens -11% für die Tesla-Aktie ab. Lag ich falsch? Nicht wirklich: Die Situation beim marktführenden Hersteller von Elektroautos unterscheidet sich grundsätzlich von denen seiner Wettbewerber.

Warum die Tesla-Notierung heute implodieren wird und weshalb ich noch einmal eindrücklich vor einem Investment in der Aktie warne, erfahren Sie jetzt.

Was Tesla von seiner Konkurrenz unterscheidet

Was Tesla von seinen Konkurrenten unterscheidet, darüber hatte ich Sie an dieser Stelle schon am 22. Mai 2019 informiert: Dem Produzenten von Elektrofahrzeugen droht über kurz oder lang das finanzielle Aus!

Seinerzeit richtete der charismatische Firmen-Chef Elon Musk per eMail einen dringenden Appell an die Belegschaft seines Konzerns. Nachfolgend noch einmal, was ich Ihnen dazu im Mai schrieb:

„Die Barmittel des Unternehmens reichen wohl nur noch für etwa 10 Monate. Daher müssten ‚alle Ausgaben jeglicher Art, einschließlich Teile, Gehalt, Reisekosten, Miete, buchstäblich jede Zahlung, die unser Bankkonto verlässt‘, überprüft werden.

‚Wenn das Geld weiter so verbrannt würde wie im ersten Quartal, könne Tesla die Gewinnschwelle in diesem Jahr nicht mehr erreichen.‘ so die Musk-Warnung.“

1 gute und 2 schlechte Nachrichten

Die Nachrichten, die gestern Abend nach Handelsschluss in New York über die Ticker gingen, waren nicht dazu geeignet, die Insolvenzsorgen zu vertreiben. Das genaue Gegenteil war der Fall:

Tesla berichtete nämlich über den Geschäftsverlauf im 2. Quartal 2019. Es gab eine gute und eine sehr schlechte Entwicklung: Fatal ist indes deren Kombination!

Die gute Nachricht: Tesla hat – dank erhöhter Nachfrage nach dem „Model 3“-Modell – so viele Fahrzeuge ausgeliefert, wie noch nie zuvor in einem Jahresviertel.

Die schlechte News: Das Unternehmen fuhr in den Monaten April bis Juni einen Verlust von -1,12 USD je Aktie ein. Das war mehr als 3x so viel, wie Analysten im Durchschnitt erwartet hatten!

Und das ist das Fatale an dieser Entwicklung: Trotz Rekordverkäufen ist Tesla nicht in der Lage, daraus einen Gewinn zu ziehen! Ja: Musks Warnung an seine Mitarbeiter im Mai scheint regelrecht verpufft zu sein!

+50%-Rallye seit Juni von Privatanlegern initiiert

Als ob das noch nicht ausgereicht hätte, wurden die Aktionäre gleich noch über eine weitere, für Musk besonders unangenehme, Veränderung unterrichtet:

Der Mitbegründer von Tesla, J.J. Straubel, wird seinen CTO-Job (Chief Technology Officer = Vorstands-Chef für Technologie) aufgeben und künftig nur noch beratend tätig sein. Ein weiterer Schlag ins Kontor für Musk und Tesla.

Schauen wir zum Abschluss noch auf einen aktuellen Chart der Aktie:

Tesla in USD: Es droht ein Warnsignal in Form einer Abwärts-Kurslücke

Worauf Sie in dieser Grafik besonders achten sollten, habe ich Ihnen mit dem grünen und dem blauen Rechteck farblich hervorgehoben.

Das On-Balance-Volumen (OBV) verknüpft, wie Sie wissen, die börsentäglichen Kursänderungen mit den Umsätzen. Dadurch können Sie anhand dieses Indikators das Verhalten der Großinvestoren beobachten.

Wie Sie sehen, hat der Tesla-Kurs seit dem Tief im Juni „mal eben“ +50% zugelegt. Allerdings waren hier weit überwiegend nur Privatanleger auf dem Plan. Das erkennen Sie daran:

Obwohl die Aktie gestern noch über dem Mai-Hoch notierte, hat das OBV gerade einmal die Hälfte des Absturzes seither aufholen können!

Fazit

Nach dem August 2018 und dem Mai dieses Jahres warne ich heute ein weiteres Mal davor, in die Tesla-Aktie einzusteigen!

Wenn ein Unternehmen trotz Rekordverkäufen, keine Gewinne einfährt, sondern seine Verluste auch noch ausbaut, dann ist Gefahr in Verzug! Der vorbörsliche Kursabschlag von fast -12% kündigt Ihnen zudem noch mit hoher Wahrscheinlichkeit ein weiteres Warnsignal an:

Es droht nämlich eine Abwärts-Kurslücke: Dabei liegt die Handelsspanne derart unter der des Vortages, dass im Chart ein „Loch“ (englisch: Gap) entsteht. Dieses Kursmuster sagt Ihnen, dass das Angebot die Nachfrage massiv übersteigt. Je größer die Abwärts-Kurslücke ausfällt, umso so massiver ist der Kursrückgang, den Sie erwarten können.

Und da sich Aktien bekanntlich in Trends bewegen … nun, Sie können sich denken, was der Tesla-Aktie dann droht.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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