Tesla: Hohe Bewertung verzeiht keine schlechten Nachrichten

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle über die jüngste Kurs-Achterbahnfahrt des (ehemaligen) Börsenlieblings Tesla Motors, einem Hersteller von Premium-Elektroautos, berichtet.

Heute möchte ich daran anknüpfen und zunächst auf die fundamentale Bewertung der Tesla-Aktie eingehen. Denn die hohe Bewertung der Tesla-Aktie ist der Grund dafür, warum ich Ihnen gestern geschrieben habe, dass bei dem Unternehmen aus meiner Sicht die Risiken die Chancen überwiegen.

Die Tesla-Aktie im kurzen Fundamental-Check

Die Tesla-Aktie notiert derzeit bei rund 226 US-Dollar. Wenn ich den aktuellen Aktienkurs mit den durchschnittlichen Gewinnschätzungen für 2014 und 2015 ins Verhältnis setze, ergeben sich daraus folgende Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV):

Das KGV für 2014 liegt bei 198 und das für 2015 immerhin noch bei 72! Ein ähnliches Bild ergibt sich, wenn ich den durchschnittlich für 2014 und 2015 erwarteten Mittelzufluss (Cash-Flow) mit dem aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis setze. Hier ergibt sich ein Kurs-Cash-Flow-Verhältnis (KCV) von 53 für das Jahr 2014 und von 29 für das Jahr 2015.

Zu Ihrer Orientierung: Das durchschnittliche KGV des DAX (also aller DAX-Werte) liegt historisch betrachtet bei 14. Und selbst zu Zeiten der New-Economy-Blase wiesen die DAX-Konzerne nicht annähernd KGVs von 200 (wie derzeit bei Tesla) auf.

Jetzt werden einige Leser mir vielleicht entgegnen, dass die enorme Wachstumsfantasie des Marktes für Elektromobilität die hohe Tesla-Bewertung rechtfertigt. Diejenigen, die dieser Ansicht sind, sollten – sofern sie dies noch nicht getan haben – meine Ausgabe von gestern lesen. Darin bin ich auf die Risiken eingegangen.

Zwischenfazit: Ich halte weder das Unternehmen Tesla, noch deren Produkte oder Elektromobilität grundsätzlich für schlecht. Ich möchte an dieser Stelle lediglich auf die hohe Bewertung der Tesla-Aktie und die damit einhergehenden Risiken hinweisen.

Daimler hat aus meiner Sicht alles richtig gemacht

Aufgrund der großen Risken hat meiner Meinung nach der deutsche Premium-Autobauer Daimler alles richtig gemacht, als er sich kürzlich mit einem riesigen Gewinn von der Tesla-Beteiligung trennte.

Das Daimler-Management entschloss sich Ende Oktober dazu, sich von der restlichen Tesla-Beteiligung in Höhe von 4% zu trennen und machte damit einen großen Gewinn. Die Stuttgarter waren im Mai 2009 bei dem damaligen Start-up Tesla mit 50 Mio. US-Dollar eingestiegen und veräußerten das letzte Aktienpaket im Oktober für 780 Mio. US-Dollar.

Zusätzlich positiv für die Ertragsabrechnung von Daimler ist natürlich, dass der Tesla-Verkaufserlös aufgrund der Stärke des US-Dollar im Verhältnis zum Euro noch wertvoller geworden ist.

Daher hat Daimler aus meiner Sicht alles richtig gemacht und kann das eingenommene Geld in das operative Geschäft investieren. Diese Investitionen werden dabei helfen, neue Modelle und emissionsärmere Motoren auf den Weg zu bringen.

30. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt