Tesla Inc: Comeback nach den Quartalszahlen?

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Nach den Kursverlusten der letzten Wochen warteten die Aktionäre gespannt auf die Tesla-Zahlen im ersten Jahresviertel. (Foto: Andrei Tudoran / Shutterstock.com)

Nicht wenige Finanzexperten sagten und sagen Tesla Inc. (Ticker: TSLA) eine glänzende Zukunft voraus.

Und tatsächlich hat die Aktie des Herstellers von Elektro-Fahrzeugen von Dezember 2016 bei 180,00 USD bis September des vergangenen Jahres auf 389,61 USD satte +116% zugelegt. Seither ist jedoch „Sand im Getriebe“:

Im April 2018 markierte die Notierung ein Tief von 244,59 USD: Ein Minus von bis zu -37%! Mit Spannung wurden daher die gestern Abend nachbörslich vorgelegten Zahlen zum Geschäftsverlauf im ersten Jahresviertel erwartet.

Wir schauen einmal kurz auf die gelieferten Daten und natürlich, ob die Analyse der Charttechnik Ihnen jetzt eine Kaufgelegenheit für Tesla offeriert.

Rekorde allerorten

Die Tesla-Zahlen lassen sich in 3 Worten zusammenfassen: Rekordumsatz und Rekordverlust!

Der Konzern verkaufte Fahrzeuge in einem Volumen von 3,4 Mrd. USD und fuhr dabei ein um einmalige Kosten und Erträge adjustiertes Minus von -3,35 USD je Aktie ein.

Die Analystenschätzungen hatten bei 3,22 Mrd. USD Umsatz und einem Verlust von 3,48 USD pro Aktie gelegen. Spitzbübisch kann man sagen: Tesla konnte die Erwartungen also übertreffen.

Der Nettoverlust betrug -784,6 Mio. USD. Tesla‘s Cash-Reserven sanken zudem von 3,4 Mrd. USD zu Jahresbeginn auf nur noch 2,7 Mrd. USD. Das zeigt Ihnen, dass die finanzielle Lage für den Konzern recht „delikat“ ist!

Warum die Großinvestoren für Sie so immens wichtig sind!

Schauen wir nun aber auf die Charttechnik. Sie wissen ja: Letztlich nützen die „schönsten“ Zahlen (das war sarkastisch gemeint) nichts, wenn die Großinvestoren dies nicht ebenso sehen:

Wenn Sie schon länger Leser von Chartanalyse-Trends sind, dann kennen Sie den von mir verwendeten Großinvestoren-Indikator: Das On-Balance-Volumen (OBV) verknüpft die börsentäglichen Kursveränderungen mit den dazugehörigen Umsätzen und schreibt das Ergebnis fort.

Entsprechend schlägt der Indikator besonders stark aus, wenn große Kursveränderungen von hohen Handelsvolumina begleitet werden. Und für umfangreiche Umsätze sorgen nun einmal nicht die Privatanleger, sondern die Großinvestoren.

Da das „Big Money“ die Macht hat, Trends zu kreieren, anzuheizen und auch zu beenden, ist das Beobachten des Großinvestorenverhaltens für Ihren persönlichen Investment-Erfolg schon beinahe unabdingbar.

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Charttechnische Analyse

Tesla Inc.: Großinvestoren verkaufen seit Februar in großem Stil

Der Kursverlauf stimmte in den vergangenen Tagen durchaus optimistisch: Der mittelfristige Abwärtstrend seit Februar dieses Jahres konnte nach oben durchbrochen werden (pinkfarbene Ring).

Allerdings signalisieren Ihnen 2 Punkte, dass es sich dabei wahrscheinlich um eine Bullenfalle handelt:

Zum einen konnte sich der Kurs gestern kurzzeitig über die Widerstands-Zone (grün unterlegt) hinwegsetzen. Bis zum Ende der Handelssitzung fiel die Notierung jedoch wieder in diesen Bereich zurück: Die Bullen konnten die zeitweiligen Gewinne nicht verteidigen.

Zum anderen dokumentiert Ihnen das OBV eine schwerwiegende Veränderung im Großinvestoren-Verhalten:

Der sensationelle Kursanstieg bis September 2017 wurde von massiven Käufen des „Big Money“ befeuert. Der Bruch des Aufwärtstrends (blauer Ringe) generierte ein erstes Warnsignal.

Inzwischen hat sich jedoch nicht nur ein Abwärtstrend ausgebildet: Das OBV ist im März aus seiner 9-monatigen Seitwärts-Bewegung nach unten ausgeschert (roter Ring).

Fazit

Ein Rekordumsatz und zugleich ein Rekordverlust in einem Quartal zeigt Ihnen: Hier stimmt etwas nicht im Unternehmen. Wer mehr seiner Produkte verkauft, sollte eigentlich davon profitieren und nicht Geld verlieren.

Als Redakteur der „Wachstumsaktien-Strategie“, die auf ein möglichst hohes Ergebniswachstum setzt, kann ich Ihnen die Tesla-Aktie beileibe nicht zum Kauf empfehlen.

Davon abgesehen beurteilen dies die Großinvestoren offensichtlich genauso: Sie haben ihre Tesla-Bestände seit Ende Februar signifikant abgebaut.

Übrigens: Vorbörslich wird die Aktie mit einem Abschlag von -5% gehandelt.


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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.