Tesla: Warum der Kauf eines deutschen Mittelständlers?

Es ist tatsächlich passiert: Donald Trump wurde zum 45. US-Präsidenten gewählt.

Die Märkte reagierten am heutigen Tage vergleichsweise gefasst auf diese Nachricht:

Während der DAX nach dem BrExit-Votum Ende Juni dieses Jahres zeitweise noch um 10% einbrach, fiel das Minus heute deutlich moderater aus.

Da im Augenblick keiner – vermutlich nicht einmal Trump selbst – voraussagen kann, was der kommende US-Präsident in den nächsten 4 Jahren genau vorhat, kann auch über die Auswirkungen seiner Politik auf Wirtschaft und Börse nur spekuliert werden.

Da ich mich – zumindest vorerst – nicht an diesen Spekulationen beteiligen will, widme ich mich heute an dieser Stelle einem anderen Thema.

Wie gestern bekannt wurde, kauft der US-amerikanische Elektro-Autobauer Tesla einen deutschen Mittelständler.

Es handelt sich dabei um den Maschinenbauer Grohmann Engineering, der im rheinland-pfälzischen Prüm ansässig ist.

Der Konzern befindet sich augenblicklich noch zu rund 3/4 im Besitz der Gründerfamilie Grohmann und zu rund 1/4 im Besitz der börsennotierten DBAG (eine deutsche Beteiligungs-Gesellschaft).

Tesla setzt bei Kapazitäts-Ausweitung auf deutsche Technologie

Der US-amerikanische Elektro-Autobauer Tesla will und muss seine Produktions-Kapazitäten deutlich ausbauen – muss deshalb, weil die geplanten Verkaufszahlen ansonsten nicht realisiert werden können.

Tesla will mit dem geplanten Start des günstigeren neuen „Model 3“ die Produktion von zuletzt 50.000 auf 500.000 Fahrzeuge im Jahr 2018 hochschrauben.

Gestern sprach Musk sogar von 600.000 Autos. Für das Jahr 2020 peilt er die Marke von 1 Mio. an. Bei diesem Kapazitäts-Ausbau soll ein mittelständischer deutscher Maschinenbauer helfen.

Wie gestern bekannt wurde, kauft Tesla den Maschinenbauer Grohmann, der auf Anlagen für automatisierte Produktion spezialisiert ist.

Daraus entsteht die Tochter Tesla Grohmann Automation, wie das Unternehmen aus Kalifornien am gestrigen Dienstag mitteilte.

Tesla-Chef Elon Musk kündigte zudem an, dass im kommenden Jahr ein Standort für die erste große Tesla-Fabrik in Europa ausgesucht werden soll.

In dieser sollen Batterien und fertige Autos gebaut werden. Aktuell werden die in Europa verkauften Tesla-Fahrzeuge in den Niederlanden montiert.

Grohmann-Gründer und -Chef Klaus Grohmann bleibt Tesla-Chef Musk erhalten und wechselt künftig unter das Dach von Tesla.

Unter seiner Führung sollen in Prüm „mehrere entscheidende Elemente“ für die automatisierten Produktions-Systeme des Elektro-Autobauers entwickelt werden, hieß es bei Tesla.

Der Zukauf soll nach Freigaben durch die Regulierungs-Behörden Anfang 2017 abgeschlossen werden.

Tesla-Chef Musk betonte, dass es die 1. „bedeutende“ Übernahme für Tesla sei und es einen großen Unterschied mache, dass Gründer Grohmann an Bord bleibe.

Über den Kaufpreis wurden bislang keine Einzelheiten bekannt.

Deutsche Technologie in den USA gefragt

Sie sehen: Deutsche Technologie ist in den USA gefragt – nicht nur bei Tesla. Und daran wird auch der Wahlsieg von Donald Trump nichts ändern.

Daher bleiben deutsche Mittelständler – insbesondere jene, die im Bereich Technologie führend sind – weiterhin aussichtsreich an der Börse.

9. November 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Tobias Schöneich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt