Tesla: Läutet das Model 3 die E-Revolution ein?

Aus Frankfurter Sicht fahren BMW, Daimler und Volkswagen um die Wette.

Doch der größte Konkurrent lauert anderswo und setzt bereits zum Überholen an: Tesla. Für den US-Hersteller von Elektro-Autos läuft es gerade richtig rund.

Nachdem sich die Luxus-Modelle S und X gut verkaufen, wurden finanzielle Spielräume frei für die Entwicklung eines erschwinglicheren Fahrzeugs.

Und jetzt ist es soweit: Das Model 3 wurde erst vor kurzem der Öffentlichkeit präsentiert, doch es schlägt bereits ein wie eine Bombe.

Die Nachfrage ist gigantisch, innerhalb der 1. Woche verzeichnete Tesla 325.000 Vorbestellungen.

Die sind zwar noch nicht verbindlich, zeigen aber, in welche Richtung es geht – und verdeutlichen, dass Tesla einen Nerv getroffen hat mit seinem 35.000-Dollar-Auto.

Model 3 – entscheidender Wendepunkt?

Das gute Gefühl, umweltschonend Auto zu fahren und zugleich ein schickes Status-Symbol in der Garage zu wissen, kommt bei den Kunden gut an.

Das „E-Auto für alle“ könnte damit zum einschneidenden Wendepunkt werden – weg von den Verbrennungs-Motoren, hin zu neuen Antriebs-Technologien.

Die Rechnung ist einfach: Steigt die Nachfrage und mit ihr die Produktion, sinken die Herstellungs-Kosten und damit auch die Verkaufs-Preise, was wiederum die Nachfrage ankurbelt.

Spätestens wenn Elektro-Autos für Hersteller und Kunden erschwinglicher sind als Benziner, wird die Trendwende kaum noch aufzuhalten sein.

Die Reichweite hat Tesla inzwischen geknackt – im Gegensatz zur Konkurrenz übrigens;

Während die Elektro-Versionen der hiesigen Hersteller mit einer Akkuladung gerade einmal knapp 200 km schaffen und somit nicht wirklich langstreckentauglich sind, schafft Tesla inzwischen fast das 3-fache.

Und auch das Versorgungsnetz mit Ladestationen ist zwar noch ausbaufähig, doch die Lücken schließen sich nach und nach.

Politisch subventioniert

Außerdem werden die schadstofffreien Fahrzeuge subventioniert. Erklärtes Ziel der deutschen Bundesregierung ist es beispielsweise, bis 2020 1 Mio. E-Autos auf deutsche Straßen zu bringen.

Davon ist man noch meilenweit entfernt, sodass man in Berlin nun über weitere Vergünstigungen nachdenkt, die den Kauf eines E-Autos in nächster Zeit noch attraktiver machen dürften.

In den USA hat Tesla diese Nische längst besetzt;

25.000 Luxus-Autos der Marke Model S hat das Unternehmen im Jahr 2015 verkauft und damit die Edel-Limousinen deutscher Hersteller klar hinter sich gelassen, die es in den USA jeweils auf nicht einmal 10.000 brachten.

Bleiben die Interessenten, die nun Anzahlungen für das Model 3 geleistet haben, bei ihrer euphorischen Entscheidung, rückt das Teslas Ziel ein Stück näher, bis 2020 1/2 Mio. Fahrzeuge herzustellen.

Analysten gehen zwar nur von etwa 350.000 Stück aus, nachdem der Konzern zuletzt häufiger die eigenen Zielmarken verfehlt hatte, doch auch das wäre eine immense Steigerungsrate.

Auch Teslas Aktie boomt

Einen deutlichen Schub hat unterdessen auch die Tesla-Aktie seit Jahresbeginn erfahren. Aus Anlegersicht ist das Unternehmen eine Mischung aus Amazon und Apple: Es macht keine Gewinne, aber es ist längst Kult.

2016-04-21 Tesl

5. Mai 2016

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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