Teuerungsrate fällt im April auf nur noch 1,2 Prozent

Noch immer ist die Inflations-Angst in Europa weit verbreitet. Dabei liegt die Teuerungsrate immer noch deutlich unter zwei Prozent. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Angst vor einer bald eintretenden galoppierenden Inflation ist insbesondere in deutschen Landen extrem groß. Unter dem Strich liefert die aktuelle Datenlage nicht wirklich Anlass zur Sorge insofern. Und zwar trotz der extremen Geldpolitik der Euro-Notenbank EZB.

Teuerungsrate rückläufig

Das Statistikamt Eurostat mit Sitz in Luxemburg meldete jüngst nämlich, dass einer ersten Schnellschätzung zufolge die jährliche Inflation im Euroraum im April 2018 auf nur noch 1,2 Prozent fiel. Im März lag diese noch bei 1,3 Prozent. Im Hinblick auf die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum erwarten die Statistiker von Eurostat, dass Energie (2,5%, gegenüber 2,0% im März) und Lebensmittel, Alkohol und Tabak (2,5%, gegenüber 2,1% im März) im April die höchste jährliche Teuerungsrate aufweisen; gefolgt von Dienstleistungen (1,0%, gegenüber 1,5% im März) und Industriegütern ohne Energie (0,3%, gegenüber 0,2% im März).

Zwei Prozent Teuerung nicht in Sicht

Unter dem Strich ist also das Ziel der Euro-Notenbank EZB, das ja bekanntlich bei knapp zwei Prozent für die gesamte Eurozone liegt, weit und breit nicht in Sicht. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die EZB über Wertpapierkäufe bereits fast 2,4 Billionen Euro in das Finanzsystem gepumpt. Selbst der mächtige Chefvolkswirt der EZB, Peter Praet, räumte jüngst ein, dass ein großes Ausmaß an geldpolitischem Anschub weiter notwendig sei.

Nur so könne sich angeblich Preisdruck aufbauen, was dann die Inflationsentwicklung mittelfristig unterstütze. Praet mahnte daher zur Geduld. Hintergrund ist ja, dass die EZB weiter den Leitzins bei null Prozent belässt und immer noch jeden Monat Wertpapiere im Volumen von 30 Milliarden Euro kauft; und zwar noch mindestens bis Ende September dieses Jahres. Unklar ist aber, wie es danach weitergeht.

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Inflationsprognose weiter unter zwei Prozent

Gut möglich, dass die EZB ihre extreme Geldpolitik samt Kaufprogrammen auch über den September 2018 hinaus weiter aufrechterhalten und verlängern wird. Interessant ist jedenfalls, dass selbst die Brüsseler EU-Kommission in ihren jüngsten Prognosen davon ausgeht, dass die Inflationsrate im laufenden und auch im nächsten Jahre mit 1,5 beziehungsweise 1,6 Prozent deutlich unter dem Ziel der EZB bleiben wird.

Und in der aktuell noch gültigen Prognose der Euro-Notenbank wird für das Jahr 2020 nur mit einem Anstieg der Teuerungsrate auf 1,7 Prozent in der Eurozone gerechnet. Neue Inflations- und Wirtschaftsprognosen der EZB-Volkswirte werden erst zur nächsten Zinssitzung am 14. Juni erwartet.

Ja, liebe Leser, von galoppierender Inflation kann wahrlich keine Rede sein. Im Gegenteil. Die Notenbanker sorgen sich insgeheim wohl immer noch vor den Gefahren einer deflationären Abwärtsspirale. Und damit liegen sie nicht wirklich falsch…


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.