Teva-Aktie: Warren Buffett stockt auf und schürt Kaufinteresse in kriselndem Pharmakonzern

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Teva-Aktie: Buffett baut Beteiligung aus und sorgt für kräftigen Rückenwind. Teva Management sieht Licht am Ende des Tunnels (Foto: Krista Kennell / Shutterstock.com)

Die Nachrichtenlage bei der Ratiopharm-Tochter Teva war in den vergangenen Quartalen alles andere als prickelnd. Der größte Generikahersteller der Welt kam nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Verluste in Milliardenhöhe, ein gigantischer Schuldenberg und eine kräftig gekürzte Dividende waren der Cocktail, der die Aktie ins Straucheln brachte. Im Sommer 2015 mussten Sie noch 72 Dollar je Anteilsschein berappen –  im vergangenen November konnten Sie sich eine Aktie bereits für 11 Dollar ins Portfolio legen.

Dann sorgte der Einstieg von Warren Buffett für kräftigen Rückenwind. Zugleich scheinen sich die drastischen Sparmaßnahmen langsam bemerkbar zu machen. Das Management wird optimistischer und der Aktienkurs notiert mittlerweile mit 21 Dollar deutlich höher.

Teva – weltweit führender Generikakonzern

Teva Pharmaceuticals Industries (kurz Teva) gehört zu den 15 größten internationalen Pharmaunternehmen und ist einer der weltweit führenden Hersteller von Generika. Des Weiteren entwickelt und vertreibt die Gesellschaft innovative Arzneimittel und pharmazeutische Wirkstoffe wie auch Originalmedikamente (Copaxone – Multiple Sklerose, Azilect – Parkinson). Insgesamt konzentriert sich das Unternehmen auf die Fachbereiche Onkologie, Neurologie, Pneumologie und Frauenheilkunde.

Preisdruck, Übernahmen und ein riesiger Schuldenberg

Die vergangenen Jahre waren geprägt von hohem Preisdruck (vor allem beim einstigen Kassenschlager Copaxone), Wachstumssorgen und einer zügellosen Übernahmestrategie des Konzerns. De facto hat sich Teva bei seinen Zukäufen übernommen: Allen voran der Kauf der Generika-Sparte von Allergan für rund 40 Milliarden Dollar hinterließ tiefe Spuren in der Bilanz.

Das Ergebnis war brisant: Immerhin türmte sich netto ein Schuldenberg von zwischenzeitlich 35 Milliarden Dollar auf. Im Horrorjahr 2017 fiel trotz Umsätzen von 22,38 Milliarden Dollar auf Grund von gigantischen Abschreibungen ein Verlust von 16,25 Milliarden Dollar an.

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Jahresstart trotz Rückgang über den Erwartungen

Mittlerweile sieht der krisengeschüttelte Teva-Konzern aber wieder etwas Licht am Ende des Tunnels. Der Umsatzrückgang von 10,1% auf 5,1 Milliarden Dollar im ersten Quartal und der erzielte Gewinn von 0,94 Dollar je Aktie lag über den Erwartungen. Auch zeigt sich die Konzernführung wieder optimistischer. Statt wie bislang 18,3 bis 18,8 Milliarden Dollar Umsatz werden jetzt 18,5 bis 19 Milliarden Dollar erwartet. Der Gewinn je Aktie soll unterdessen bei 2,4 bis 2,65 Dollar liegen. Für Sie zum Vergleich: Bislang wurde ein Gewinn von 2,25 bis 2,5 Dollar je Anteilsschein angepeilt.

Einen großen Teil dazu beitragen soll ein umfassender Restrukturierungsplan mit Sparprogrammen und Stellenstreichungen. Bis 2019 sollen immerhin 3 Milliarden Dollar an Einsparungen erzielt werden. Firmenchef Schultz hatte im vergangenen Jahr zur Radikalkur gegriffen: Innerhalb von zwei Jahren sollen rund 14 000 Stellen wegfallen.

Buffett baut Beteiligung aus

Unterdessen hat die Investmentlegend Warren Buffett seine Beteiligung an Teva mehr als verdoppelt. Mittlerweile hält Buffett über seine Beteiligungsgesellschaft 40,5 Millionen Aktien im Gegenwert von knapp 700 Millionen Dollar. Sein durchschnittlicher Einstiegskurs liegt bei 17,44 Dollar (vs. akt. Kurs 21,15 Dollar).

Dies hatte zuletzt für deutlichen Rückenwind gesorgt. Aber Sie müssen wissen: Auch wenn die Höhe der Beteiligung beachtlich ist, für Buffett spielt Teva nur eine untergeordnete Rolle. Zwar hält er mittlerweile fast 4% aller Teva-Aktien, aber in seinem Gesamtportfolio macht die Position gerade einmal 0,37% aus.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.