Texas Instruments-Aktie: Schwache Zahlen reißen Chiphersteller in die Tiefe

Texas Instruments-Aktie: Chip-Gigant meldet Gewinneinbruch. Geht der Halbleiterboom dem Ende zu? Lesen Sie, wie die Analysten die aktuelle Lage einschätzen (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Berichtssaison in den USA nimmt langsam an Fahrt auf. Jetzt wird es spannend, denn die gestiegenen Bewertungen der Aktien müssen durch entsprechendes Wachstum und hohe Margen untermauert werden. Die Erwartungen der Anleger sind hoch.

Das hat auch Texas Instruments, einer der größten US-amerikanischen Technologieunternehmen, gerade zu spüren bekommen. Die vorgelegten Ergebnisse konnten nicht mit den Schätzungen der Experten mithalten. Das Resultat fiel eindeutig aus. Mit einem Tagesminus von zwischenzeitlich mehr als 8% war die Aktie des Chipherstellers am vergangenen Donnerstag der zweitschlechteste Wert im gesamten S&P 500 Index (505 enthaltene Aktien).

Langfristanleger dürfte der Knick im Aufwärtstrend hingegen wenig Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre notieren die Papiere immer noch mit einem kräftigen Gewinn von über 230%.

Vom ersten Transistorradio zum Weltkonzern

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen einen Abriss der durchaus interessanten Firmengeschichte von Texas Instruments geben. Immerhin handelt es sich bei dem Konzern um ein richtiges Traditionsunternehmen. Der Konzern, als Texas Instruments 1951 gegründet, ist in den 1930er Jahren als Minengesellschaft entstanden, die bei der Ölsuche auf Technologien zurückgriff, die seismische Signale verarbeiten konnten.

Aufsehen erregte Texas Instruments dann erstmalig im Jahr 1954 als an Weihnachten das von dem Unternehmen entwickelte erste Transistorradio auf den Markt kam. Später entwickelte die Gesellschaft immer kompliziertere Schaltkreise und gehörte zu den Pionieren auf dem Gebiet der Heimcomputer.

Heute ist Texas Instruments einer der größten US-Technologiekonzerne, der analoge und digitale elektronische Bauteile sowie Halbleiter herstellt. Nach Umsatz ist Texas Instruments unter den vier größten Halbleiter-Herstellern der Welt.

Geht der Halbleiterboom seinem Ende zu?

Die vergangenen Jahre waren ausgesprochen erfolgreich für den Technologieriesen. Während sich die Umsätze seit 2009 bis 2016 nur um 28% verbesserten, schnellte der Gewinn im gleichen Zeitraum um 144% auf 3,59 Milliarden Dollar in die Höhe. Vor allem das starke Geschäft mit Kunden aus der Autobranche und der Industrie sorgte für deutlichen Rückenwind.

Doch im Jahresschlussquartal des vergangenen Geschäftsjahres wurde der Konzern ordentlich durchgerüttelt. Wie bei vielen anderen US-Großkonzernen hat die US-Steuerreform erst einmal für einen satten Gewinneinbruch gesorgt. Während sich der Umsatz um 17% auf 3,75 auf 3,75 Milliarden Dollar verbesserte, brach der Überschuss im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 67% auf 344 Millionen Dollar ein.

Wachstumsdynamik verlangsamt sich

Doch die Zahlen machten auch deutlich, dass die Bäume nicht jedes Quartal in den Himmel wachsen können. Konkret wurde im Schlussquartal das geringste Wachstum seit vier Quartalen erzielt. Auch beim Ausblick trat die Konzernführung etwas auf die Bremse. Im laufenden Quartal könnte laut Firmenprognose der Umsatz sogar leicht rückläufig sein.

Das Unternehmen erwartet Umsätze in einer Bandbreite von 3,49 bis 3,79 Milliarden Dollar. Dafür macht sich von nun an die Steuerreform positiv bemerkbar. So soll der Gewinn bei 1,01 bis 1,17 je Anteilsschein liegen – den Steuervorteil bezifferte der Chipriese mit rund 30 Millionen Dollar.

Analysten sind sich uneinig

Unterdessen herrscht bei den Analysten keine Einigkeit. Von 31 Experten, die sich mit der Aktie beschäftigen, raten 13 zum Kauf der Aktie, während 17 Banker in dem Titel nur eine Halteposition sehen und ein Analyst die Aktie als Verkauf einstuft.

Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten einen Gewinn von 5,63 Dollar je Aktie, womit sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 ergibt. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 118,67 Dollar rund 4% über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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