Thales rüstet Europa gegen den Terrorismus

Der französische Konzern ist der erste Ansprechpartner, wenn es um moderne Kommunikations- und Überwachungssysteme zur Terrorbekämpfung geht. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Der Kampf gegen den Terror versetzt Sicherheitskräfte in aller Welt in Aufregung.

Die Kommunikations-Systeme von Thales können einen wichtigen Beitrag zur frühzeitigen Aufklärung liefern und wurden auch bei der Fußball-EM in Frankreich eingesetzt.

Angesichts der weltweiten Unsicherheiten sind die Auftragsbücher von Thales prall gefüllt.

Die 3-Filter-Kriterien sind erfüllt

Thales erfüllt alle Kriterien der 3-Filter- Strategie nach James O’Shaughnessy:

  1. Seit 2011 steigt der Gewinn kontinuierlich.
  1. Bei einem für 2016 geschätzten Umsatz von 14,9 Mrd. € errechnet sich ein KUV von 1,1.
  1. Die Aktie hat sich in den vergangenen 12 Monaten deutlich besser als der Vergleichsindex DJ Euro Stoxx entwickelt.

Neue Wachstums-Phase eingeleitet

Das Geschäftsjahr 2015 war der Beginn einer neuen Wachstums-Phase. Thales steigerte den Umsatz um 8,4% auf 14 Mrd. € und den Gewinn um 7,1% auf 765 Mio. €. Das ist der zweithöchste Gewinn in der Konzerngeschichte.

Die Geschäfte werden sich auch in den kommenden Jahren positiv entwickeln. Im 1. Quartal 2016 stieg der Umsatz bereits wieder um 6%. Gewinn-Zahlen werden erst zum Halbjahr wieder veröffentlicht.

Das Wachstum konzentrierte sich dabei vor allen Dingen auf die Schwellenländer. Dort hat sich der Umsatz seit 2012 verdoppelt.

Thales kann sich vor Aufträgen kaum retten

Der Auftrags-Eingang stieg 2015 um 31,4% auf 18,9 Mrd. € an. In der Zahl spiegelt sich zum einen das Sicherheits-Bedürfnis von Staaten und Unternehmen wider.

Zum anderen belegen die Aufträge das hohe Vertrauen in die Technologien von Thales. Insgesamt standen zum Jahresende Aufträge im Wert von 32,3 Mrd. € in den Büchern.

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Rein rechnerisch ist Thales damit für mehr als 2 Jahre ausgelastet:

Großaufträge im Umfang von jeweils mehr als 500 Mio. € kamen im militärischen Bereich aus Ägypten und Katar für „Rafale“-Kampfflugzeuge, aus Australien für mehr als 1.000 „Hawkei“-Patrouillen-Fahrzeuge und vom französischen Militär für ein Satelliten-Kommunikationssystem.

Auch im zivilen Bereich konnte Thales Großaufträge an Land ziehen:

Das Unternehmen hat den Zuschlag für die Ausstattung von 4 Linien der Londoner U-Bahn mit Signal-Technik erhalten. Zudem hat die europäische Luftraum-Behörde ESA Copernicus-Satelliten im Wert von 402 Mio. € bestellt.

Dass Thales keineswegs nur auf Großaufträge angewiesen ist, beweist ein detaillierter Blick ins Orderbuch:

Kleinere Kontrakte mit einem Umfang von weniger als 10 Mio. € stehen für rund 50% der Gesamt-Umsätze. Auch bei den kleinen Aufträgen konnte ein Wachstum von 6% verzeichnet werden.

Solide Finanz-Position erlaubt Investitionen …

Thales ist schuldenfrei und hat fast 2 Mrd. € Netto-Liquidität in den Büchern stehen.

Somit können nötige Investitionen durchgeführt werden, um die technologische Spitzen-Position in vielen Bereichen auszubauen. 2015 wurden 707 Mio. € in die Forschung und Entwicklung investiert.

… und strategische Übernahmen

Das Geld kann außerdem für strategische Übernahmen eingesetzt werden. Im März wurde die Akquisition von Vormetric abgeschlossen. Das Unternehmen ist einer der Branchen-Führer im Bereich Daten-Sicherheit und Cloud-Sicherheits-Lösungen.

Thales hat mit der Übernahme die eigene Expertise für die Bekämpfung von Cyber-Kriminalität ausgeweitet. Die Kunden profitieren in Zukunft von einem noch umfassenderen Sicherheit-Aangebot.

Die Aussichten sind hervorragend

Dank der guten Auftragslage wird Thales auf absehbare Zeit viel zu tun haben. Die globale Bedrohungslage wird für weiteres Wachstum sorgen.

Für das laufende Geschäftsjahr rechne ich mit einem Umsatz-Wachstum im mittleren 1-stelligen %-Bereich. Das operative Ergebnis dürfte etwas stärker auf 1,3 bis 1,4 Mrd. € ansteigen. Kaufen Sie Thales!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.