Thermo Fisher Scientific-Aktie: Mit Zukauf den Wachstumskurs beschleunigen

Thermo Fisher-Aktie: Führender Laborspezialist setzt mit Übernahme Wachstumskurs fort. Geschäft mit Ekektronenmikroskopie wird ausgebaut (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Auch wenn das Unternehmen Thermo Fisher Scientific hierzulande kaum jemanden bekannt sein dürfte, eine kleine Nummer ist der US-Konzern keineswegs. Immerhin ist das Unternehmen einer der weltweit größten Lieferanten für wissenschaftliche Anwendungen. Jetzt hat der Konzern mit einer Übernahme auf sich aufmerksam gemacht. Für knapp eine Milliarde Dollar soll die Einheit für Elektronenmikroskope Gatan geschluckt werden.

Thermo Fisher Scientific im Portrait

Thermo Fisher ist der weltweit führende Partner für die Wissenschaft mit einem Umsatz von beinahe 20 Milliarden Dollar und 65.000 Mitarbeitern in 50 Ländern. Alleine in Deutschland beschäftigt der Laborspezialist rund 5.000 Mitarbeiter an 23 Standorten.

Der Konzern ist ein international tätiger Hersteller von industriellen und wissenschaftlichen Messsystemen. Des Weiteren entwickelt und vertreibt das Unternehmen Informations-Management-Software und Geräteausstattungen für verschiedene Branchen. Die Abnehmer kommen aus den Bereichen Life Sciences, Telekommunikation, Nahrungsmittel und Getränke, Chemie sowie der Öl- und Gasindustrie.

Kräftiges Wachstum und robuste Gewinnmargen

Als Partner für die Wissenschaft und Forschung hat sich der US-Konzern in einer lukrativen Nische positioniert. Dabei ist die Geschäftsentwicklung durchaus beeindruckend. Seit 2003 kletterten die Umsätze von 1,88 auf zuletzt 20,91 Milliarden Dollar. Dabei erzielte Thermo Fisher im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Gewinn von 2,22 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Gewinnspanne von 10,64%. Seit 2010 liegt die Gewinnspanne damit über der 9%-Marke.

Übernahmen als Teil der Firmenstrategie

Auch wenn die Zuwachsraten beeindruckend sind, sollten Sie wissen: Ein Teil des Wachstums geht auch auf Zukäufe zurück. Denn Thermo Fisher hat in der Vergangenheit bereits einige Firmen zugekauft und integriert. In 2014 schluckte der Konzern Life Technologies und verleibte sich damit einen der weltgrößten Biotechnologiekonzerne. In 2016 kaufte der Konzern dann den Mikroskop-Spezialisten FEI für 4,2 Milliarden Dollar. FEI stellt Hochleistungs-Mikroskope her, mit denen Forscher winzige Nano- und Piko-Partikel untersuchen können, die zum Teil nur einen Billionstel Meter klein sind.

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Neuer Deal stärkt Mikroskopen-Einheit

Mit dem gerade gemeldeten Zukauf von Gatan Inc. für 925 Millionen Dollar baut der Laborausrüster sein Geschäft mit Elektronenmikroskopen weiter aus. Das kalifornische Unternehmen erzielte zuletzt mit 320 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 150 Millionen Dollar. Gatan ist ein Hersteller von Instrumenten und Software, die den Betrieb und die Leistungsfähigkeit von Elektronenmikroskopen verbessern und erweitern. Gatans Technologien werden in den Materialwissenschaften, der Elektronik und den Biowissenschaften eingesetzt, um elektronenmikroskopische Arbeitsabläufe zu ermöglichen.

Mit dem Deal hat Thermo Fisher seine Wertschöpfungskette erweitert. Sie müssen wissen: Seit Jahren war Gatan ein Lieferant von Komponenten für das Elektronenmikroskopie-Geschäft von Thermo Fisher. Mit dem Deal zementiert der US-Konzern seine führende Position im Geschäft der  Elektronenmikroskopie. Nach der Transaktion kann Thermo Fisher in seinem Produktportfolio Hardware, Software und Zubehör von Mikroskopen komplett für seine Kunden selbst anbieten.

Analysten sehen weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial

Die Papiere des Technologiekonzerns waren in den vergangenen Jahren ein lohnenswertes Investment. Seit 2001 stieg der Wert der Anteilsscheine von unter 50 Dollar auf zuletzt 205 Dollar in die Höhe. Wenn es nach den Analysten geht, ist damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Die Experten rechnen weiterhin mit zweistelligen Wachstumsraten.

Bei einem erwarteten Gewinn je Aktie von 12,14 Dollar im nächsten Geschäftsjahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei knapp 17. Das durchschnittliche Kursziel der Banker liegt mit 242 Dollar gut 18% über dem aktuellen Kursniveau.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.