Thermo Fisher: Stabile Geschäfte auch in der Krise

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Die Aktie des Medizintechnik-Konzerns Thermo Fisher hat sich vom Coronacrash schnell erholen können. Denn das Geschäft ist krisensicher. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Thermo Fisher Scientific dürfte den meisten Anlegern hierzulande vor allem durch das vor einigen Wochen getätigte Übernahmeangebot für Qiagen bekannt sein. Dabei lohnt sich hier ein genauerer Blick auf die Aktie. Denn der US-Konzern hat – gerade in Krisenzeiten – einiges zu bieten und die Aktie besticht durch ihre Krisenresistenz.

Unternehmensportrait

Thermo Fisher Scientific ist mit 70.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 25 Mrd. US-Dollar der weltweit größte Lieferant für wissenschaftliche Anwendungen im Medi-zinbereich. Der Konzern stattet überall auf der Welt Labore mit Analyse- und Diagnosegerä-ten, Laboreinrichtungen, Gebrauchsmaterialien sowie Inhaltsstoffen für die Pharmaindustrie (z.B. Antikörper und Chemikalien) aus. Das Produktportfolio umfasst über 125.000 Produkte.

Übernahme von Qiagen stärkt die Diagnostiksparte

Anfang März 2020 hat Thermo Fisher ein Übernahmeangebot für den im TecDAX gelisteten niederländischen Diagnostik-Spezialisten Qiagen für 11,5 Mrd. US-Dollar abgegeben.

Thermo Fisher macht damit einen Kompetenzsprung im Bereich der Molekulardiagnostik. Dabei geht es darum, durch die Analyse biologischer Marker im individuellen genetischen Code Krankheiten zu diagnostizieren, Gesundheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und zu entscheiden, welche Therapien für einzelne Patienten am besten geeignet sind. Die Molekulardiagnostik ermöglicht eine personalisierte Medizin, die sich an individuellen Merkmalen des Patienten ausrichtet und in Teilbereichen bessere Heilungschancen verspricht als konventionelle Behandlungen. Dazu zählen die Onkologie (Krebs) sowie Infektions-krankheiten.

Außerdem erhält Thermo Fisher mit der Übernahme u.a. Zugriff auf die von Qiagen vertriebenen Corona-Test-Kits und Analysegeräte, die aktuell weltweit enorm nachgefragt werden.

Jetzt schon einer der größten Produzenten von Corona-Tests

In diesem Bereich besitzt Thermo Fisher bereits eigene Produkte. So erhielt der Konzern im März von der US-Gesundheitsbehörde im Eilverfahren die Zulassung für seinen neu entwickelten Corona-Test. Ende März folgte die Genehmigung der EU. Ziel von Thermo Fisher ist die Produktion von bis zu 5 Mio. Corona-Tests pro Woche.

Krisensicheres Geschäft und beständiges Wachstum

Seit Jahren kann der Konzern seinen Umsatz und Gewinn kontinuierlich steigern. In der Regel liegt das Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, das Gewinnwachstum fällt oftmals zweistellig aus. Auch für das laufende Jahr rechnen Analysten trotz der Coronakrise mit einem leichten Wachstum.

Überhaupt ist das Geschäft von Thermo Fisher krisensicher. Laborausrüstung wird einfach immer gebraucht. Die Nachfrage nach Laborausrüstung dürfte in einer medizinischen Krise – wie wir sie aktuell erleben – sogar eher steigen als fallen.

Wenn Sie noch auf der Suche nach einem langfristigen krisenresistenten Investment sind, dann ist die Thermo Fisher-Aktie auf jeden Fall einen näheren Blick wert. Für die Schnäppchenjagd ist es zwar inzwischen etwas zu spät, denn der Rücksetzer durch den Coronacrash hielt nicht lange an. Aber auch auf dem aktuellen Niveau sehe ich langfristig ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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