Thyssen-Krupp – Kursabschlag völlig überzogen

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Viele Stahlaktien sind abgestraft worden. Davon ist auch ThyssenKrupp betroffen – doch zu Unrecht, denn das DAX-Unternehmen wächst. (Foto: nitpicker / shutterstock.com)

An den Börsen regiert in dieser Woche nicht mehr die Panik.

Dennoch ist es weiterhin so, dass einzelne Unternehmen nur eine kleine Rolle spielen.

Es geht um die Angst vor einer starken Konjunkturabkühlung und das böse Wort von der Rezession mach die Runde.

Zwar soll der Rückgang der Wirtschaftsleistung Deutschland nicht treffen. Aber als stark exportorientiertes Land sind wir von möglichen Rezessionen in anderen EU-Ländern sicherlich stark betroffen. Und hier ist die Stahlbranche ein wichtiger Player, weil ein Großteil der deutschen Stahlproduktion exportiert wird.

In den Turbulenzen der vergangenen Wochen sind einige deutsche Stahlaktien regelrecht abgestürzt. Das galt vor allem für kleinere Titel wie Salzgitter und den Stahlhändler Klöckner.

Diese Firmen werde ich Ihnen in einer weiteren Ausgabe noch präsentieren. Dabei wird es auch um das jetzt vorgestellte Sparprogramm von Klöckner gehen.

Das Unternehmen hat auch für die schlechte Branchenstimmung gesorgt, denn Klöckner-Vorstandschef Gisbert Rühl warnte vor einer massiven Abkühlung der Stahlkonjunktur.

ThyssenKrupp: 40% Minus vom Jahreshoch

Davon war auch ThyssenKrupp betroffen. Der größte deutsche Stahlhersteller hat in diesem Jahr annähernd 30% an Wert verloren. Vom Jahreshoch Mitte Juni bis jetzt beträgt der Verlust sogar schon 40%.

Diese massiven Verluste legen nahe, dass ThyssenKrupp sich in der Krise befindet und ein schwaches Jahresergebnis zu erwarten ist.

Doch dem ist nicht so. Das haben zuletzt die Zahlen zum 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Stichtag 30. Juni 2011) einmal mehr unter Beweis gestellt.

So wuchs der Auftragseingang in den ersten neuen Monaten um 25% auf 38,22 Mrd. Euro. Im 3. Quartal nahm die Dynamik mit einem Zuwachs von 29% sogar noch einmal zu.

Dieser höhere Auftragseingang zeigt sich auch im höheren Umsatz, der nach drei Quartalen um 17% auf annähernd 36,5 Mrd. zugelegt hat.

Bei der Ertragskraft gab es jedoch wegen hoher Anlaufkosten neuer Produktionsanalgen in Brasilien einen Rückgang. Im 3. Quartal sank der Gewinn pro Aktie immerhin von 0,58 Euro auf nur noch 0,48 Euro.

Für das Gesamtjahr liegt die Prognose bei ThyssenKrupp nun bei einem Umsatzwachstum um 10 bis 15% und das ausgehend vom bestehenden Jahresergebnis von 42,9 Mrd. Euro.

Dabei soll das Konzernergebnis sogar überproportional steigen. Die schwächere Entwicklung im Segment Steel Americas soll laut ThyssenKrupp durch die bessere Entwicklung in allen anderen Geschäftsbereichen mehr als kompensiert werden.

Bei den Analysten steht die Aktie auf jeden Fall hoch im Kurs.

Die große Mehrheit empfiehlt die Aktie zum Kauf und das durchschnittliche Kursziel der Aktie liegt bei knapp 36 Euro – das entspricht einem Potenzial von 65% ausgehend vom aktuellen Niveau.

Das klingt enorm hoch, aber auf diesem Niveau notierte ThyssenKrupp noch Mitte Juni – wie sich die Zeiten doch ändern.

kloeckner

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Heiko Böhmer
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

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