Tiefgreifender Wandel im Handel

Insbesondere der Einzelhandel durchläuft einen tiefgreifenden Veränderungs-Prozess, der nicht zuletzt durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft maßgeblich beschleunigt wird.

Denn E-Commerce als ein zunehmend wichtiger Vertriebskanal des Handels hat in den letzten Jahren weiter an Bedeutung gewonnen.

Gemäß Veröffentlichungen des Handelsverbands Deutschland betrugen die B2C-E-Commerce-Umsätze in Deutschland im Jahr 2015 rund 42 Mrd. €, was einer Steigerung von 12% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Online-Handel wächst im zweistelligen Prozentbereich

Im Hinblick auf die Vorteile des Online-Handels gegenüber bestehenden stationären Handelskonzepten bezüglich Sortiments-Breite und Einkaufskomfort scheint ein weiteres Wachstum des Online-Handels wahrscheinlich.

Darüber hinaus unternehmen die Logistik-Dienstleister und Paket-Versender erhebliche Anstrengungen, um die Zustell-Qualität an die Endkunden weiter zu verbessern. Auch dies wird das Wachstum des Online-Markts zusätzlich unterstützen.

Unabhängige Marktbeobachter wie Statista gehen deshalb auch davon aus, dass der Online-Handel in den kommenden Jahren weiterhin jährliche Zuwachsraten im 2-stelligen Prozentbereich erreichen wird.

Amazon macht es dem Einzelhandel seit Jahren eindrucksvoll vor, wie es geht. In den vergangenen 10 Jahren steigerte der Online-Händler seinen Umsatz durchschnittlich um rund 29% jährlich.

Der Einzelhandel muss reagieren

Neben den Aktivitäten zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im stationären Handel setzt der Einzelhandel verstärkt auf den Vertriebskanal Internet.

Der Online-Handel weist innerhalb des gesamten Einzelhandels die mit Abstand stärksten Wachstumsraten auf. Unser 5-Sterne-Wert Home Depot hat in der Krise alles richtig gemacht und sticht jetzt Rivalen wie Lowe’s aus.

Home Depot hat keine neuen Märkte eröffnet und sich stattdessen darauf konzentriert, Absatz über den Online-Handel zu generieren. Diese Strategie zahlt sich jetzt aus.

Bed Bath & Beyond hat dagegen die Macht des Online-Handels zu spät erkannt und leidet seit 3 Jahren unter rückläufigen Gewinnen. Wichtig wäre der zügige Ausbau des Online-Vertriebs, um sich gegen die Konkurrenz aus dem Netz zu stemmen.

Bei der Metro bahnt sich eine Zerschlagung an

Die deutschen Verbraucher und ein frühes Ostergeschäft haben der Metro im 2. Quartal auf die Sprünge geholfen. V. a. bei der Elektronik-Tochter Media-Saturn brummte das Geschäft, aber auch das Sorgenkind Real machte operativ Fortschritte.

Den Konzern sieht der Vorstands-Chef bestens gerüstet für die anstehende Aufspaltung. Der Handelskonzern hatte Ende März die Trennung des Lebensmittel-Handels von der Unterhaltungs-Elektronik angekündigt.

Den Plänen zufolge werden Mitte nächsten Jahres 2 unabhängige, börsennotierte Gesellschaften entstehen – mit Metro Cash & Carry und real auf der einen und Media- Saturn auf der anderen Seite.

4. Juli 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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