Tom Tailor: Der Albtraum geht weiter

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Der Modehändler Tom Tailor schockte seine Investoren heute mit Umsatzrückgang und roten Ergebniszahlen. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die Kinder haben sich in den Sommerferien gefreut, aber für die Modebranche war das ein Albtraum: Viele Mode-Einzelhändler klagten zuletzt über den zu heißen und zu langen Sommer. Darunter beispielsweise auch der Online-Händler Zalando. Bei Tom Tailor war der zu heiße Sommer jedoch nicht der einzige Belastungsfaktor. Hinzu kommt die schleppende Sanierung der Marke Bonita.

Unter dem Strich sorgten die Belastungsfaktoren für rote Zahlen, wie das Unternehmen heute in Hamburg mitgeteilt hat. Die Reaktion des Marktes: Die Tom-Tailor-Aktie gab zweistellig nach und markiert nun einen neuen historischen Tiefststand.

Seit Januar dieses Jahres hat die Aktie fast 80% (!) an Wert verloren. Zuvor war das Papier von Sommer 2016 bis Januar 2018 von rund 3 Euro auf etwa 11,50 Euro gestiegen. Insgesamt zeigt die Tendenz aber schon seit einigen Jahren nach unten. Schauen wir uns nun die aktuellen Zahlen und den Ausblick im Detail an.

Weniger Umsatz und unter dem Strich rote Zahlen

Tom Tailor kämpft mit den anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen des Textilmarktes, heißt es zu Beginn der heutigen Mitteilung zu den aktuellen Zahlen. Der für die gesamte Textilindustrie herausfordernde lange und heiße Sommer (und der damit verbundene Frequenzrückgang in den eigenen Läden) ist einer der Gründe für die schwierigen Gesamtbedingungen, so das Unternehmen.

Auch die damit einhergehenden umfangreichen Rabattaktionen im Markt stellten Tom Tailor im 3. Quartal vor Herausforderungen. Darüber hinaus belasten Verzögerungen bei der Modernisierung der Marke. Dieser Negativtrend wirkte sich besonders auf Bonita aus.

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Die Marke Bonita wurde von Tom Tailor im Jahr 2012 gekauft und sollte dem Unternehmen den Zugang zu Kunden jenseits der 40 verschaffen. Inzwischen soll Bonita aber verjüngt werden, was allerdings länger dauert als gedacht. Während sich die Kernmarke Tom Tailor im Branchenvergleich relativ gut hält, sind die Bonita-Zahlen extrem schwach und belasten zunehmend das gesamte Unternehmen.

Der Gesamtumsatz der Tom Tailor Gruppe war im zurückliegenden 3. Quartal um 3,2% rückläufig (abzgl. des Umsatzrückgangs durch das RESET-Programm) und erreichte einen Wert von 214,3 Mio. Euro (nach 221,4 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum). Unter dem Strich rutschte das Unternehmen in die roten Zahlen.

Negativer Ausblick

Die schwachen Zahlen waren in der Tendenz keine Überraschung: Tom Tailor hatte bereits im September die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Für 2018 erwartet Tom Tailor einen Umsatzrückgang auf 840 bis 860 Mio. Euro.

Augenblicklich ist die Tom-Tailor-Aktie aus meiner Sicht nur für Zocker geeignet, da zu viele operative Probleme vorhanden sind und aus heutiger Sicht nicht klar ist, wann diese gelöst werden können bzw., ob sie überhaupt nachhaltig gelöst werden können. Speziell die Baustelle Bonita muss erst abgearbeitet werden, bevor man sich mit dem Kauf der Aktie intensiver beschäftigen kann.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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