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Top 100 Milliardäre: Vermögenszuwachs von 241 Milliarden Dollar

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Das Vermögen der 100 reichsten Menschen der Welt ist 2012 auf 1,9 Billionen Dollar gewachsen. Eine soziale Spaltung der Gesellschaft droht. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Das Thema Vermögensverteilung sowie die Schere zwischen Arm und Reich sind oftmals sehr brisant und werden stets kontrovers diskutiert.

Trotzdem kommt der gemeine Bürger nicht umhin, sich angesichts der folgenden Zahlen seine Gedanken zu machen.

Denn während die Mittelschicht in vielen Industrienationen und hochentwickelten Gesellschaften zunehmend schrumpft, haben die 100 reichsten Milliardäre der Welt ihr Vermögen im abgelaufenen Jahr 2012 erneut kräftig gesteigert.

100 Milliardäre besitzen gemeinsam 1,9 Billionen Dollar

Dem von Bloomberg ermittelten Billionaires Index zufolge stiegen deren Vermögen in 2012 demnach um einen Wert von sage uns schreibe 241 Milliarden Dollar.

Zum Stichtag am 31. Dezember 2012 war das Vermögen der 100 reichsten Menschen der Welt damit auf 1,9 Billionen Dollar gewachsen.

Nur 16 der 100 Milliardäre mussten ein Rückgang ihres Vermögens verkraften – der prominenteste unter ihnen ist sicherlich Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Alle anderen konnten trotz Krise und sicherlich beflügelt von einer guten Entwicklung an den weltweiten Börsen ihr Vermögen kräftig steigern.

Seit 2007 mehr als 400.000 Zwangsräumungen in Spanien

Besonders deutlich wird der Kontrast zu den in Armut lebenden Menschen am Beispiel Spaniens.

Während der spanische Textil-Milliardär Amancio Ortega dank seines Inditex-Konzerns das eigene Vermögen um mehr als 22 Milliarden Dollar steigerte, haben hundertausende Spanier unter Armut, Arbeitslosigkeit und den vielen Zwangsräumungen zu leiden.

Seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 wurden mehr als 400.000 Räumungsverfahren eingeleitet, weil Familien und Schuldner ihre Hypotheken schlicht nicht mehr bedienen können.

Mittelschicht in Deutschland um 5 Millionen Menschen geschrumpft

Doch auch in anderen Ländern ist ein Schrumpfen der Mittelschicht zu beobachten.

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Einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge, ist die Mittelschicht hierzulande in den letzten Jahren um mehr als 5 Millionen Menschen geschrumpft.

Die Forscher warnen bereits jetzt vor einer drohenden sozialen Spaltung der Gesellschaft, bei der Sozialneid und ein wachsendes Ungerechtigkeitsempfinden nur die Spitze des Eisbergs sind.

Da kommt die von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück angestoßene Diskussion um das seiner Meinung nach zu niedrige Kanzlergehalt in Deutschland nicht gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Selbst Milliardäre wie Buffet und Gates fordern höhere Steuern für Reiche

Doch auch andere Nationen haben mit solchen Problemen zu kämpfen.

Selbst die USA, das einstige Land der unbegrenzten Möglichkeiten, hat längst keine gesunde und breite Mittelschicht mehr.

Während vor 40 Jahren noch rund 60 Prozent der Erwachsenen zur Mittelschicht gehört hatten, ist es heutzutage nur noch jeder Zweite.

Sinkende Reallöhne und eine sich abflachende Bildungskurve in der breiten Bevölkerung sind hierfür als Hauptverursacher zu nennen.

Mittlerweile machen sich sogar die Milliardäre selbst dafür stark, höher besteuer zu werden. Dies zeigen die entsprechenden Initiativen von Warren Buffet und Bill Gates recht eindeutig.

Haushaltskonsolidierung und Steuererhöhungen treffen die Mittelschicht

Darüber hinaus richtet sich der Fokus in vielen Ländern in der nächsten Zeit auf anstehende oder bereits erfolgten Haushaltskonsolidierungen, bei denen Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen ganz oben auf der Liste stehen.

Hiervon sind gerade die niedrigen und mittleren Einkommensklassen oftmals stark betroffen, weshalb sich an der klaffenden Schere zwischen Arm und Reich in absehbarer Zeit nicht viel ändern dürfte.


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Von: Felix Gode. Über den Autor

Felix Gode hegt eine langjährige Leidenschaft für die Börse. Er studierte Wirtschaftsrecht an der Hochschule Pforzheim und der California State University in Chico/USA.