Top-Aktie mit einigen Haken

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Ein großer Name garantiert noch keine Kursgewinne. Wie wir zur Aktie von Pfizer aktuell stehen. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gesundheit geht uns alle an. Am liebsten kümmern wir uns als Investoren um die Gesundheit unseres Depots. Ein Wert, der in der Vergangenheit immer einen guten Beitrag leisten konnte, ist Pfizer. Als forschendes Pharma-Unternehmen war Pfizer in der Vergangenheit für die eine oder andere bahnbrechende Neuerung bekannt, man denke nur an Viagra damals. Doch auch in vielen anderen Bereichen hat der Konzern heiße Eisen im Feuer.

Zuletzt kamen einige Irritationen auf. Wir haben die Aktie analysiert und sagen Ihnen, was es mit dem Wert auf sich hat. Doch zunächst zum Unternehmen an sich. Pfizer, gegründet 1849, gehört nach den Übernahmen von Wyeth und Pharmacia zu den weltweit größten Pharmakonzernen. Mit seinen verschreibungspflichtigen Medikamenten ist Pfizer ebenfalls ganz vorne mit dabei. Die Produktpalette umfasst 8 Medikamente mit einem Jahresumsatz von mehr als 1 Mrd $. Die wichtigsten Produkte sind Lyrica, Prevnar und Ibrance.

Zahlreiche aussichtsreiche Medikamente in der Pipeline

Die Zahlen für die ersten 9 Monate brachten keine großen Überraschungen. Pfizer steigerte den Umsatz um 2,1% und den Gewinn dank einer niedrigeren Steuerquote um 27,8%. Das um etliche Sondereffekte bereinigte Gewinnwachstum betrug 16,3% auf 2,36 $ pro Aktie. Die Sparte Innovative Health wuchs um 5,9% auf 24,6 Mrd $. Überzeugt haben die Impfstoffe mit dem Kassenschlager Prevnar sowie die Krebsmedikamente, allen voran Ibrance gegen Brustkrebs.

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Die Sparte Essential Health enttäuschte dagegen mit einem Umsatzrückgang von 3,5% auf 15,1 Mrd $. Die Jahresprognose für den Umsatz hat der Konzern zum zweiten Mal eingegrenzt: erwartet werden nur noch 53 bis 53,7 Mrd $. Der bereinigte Gewinn pro Aktie soll sich zwischen 2,98 und 3,02 $ bewegen. Der tatsächliche Gewinn wird deutlich geringer ausfallen.

Der Konzern will sich in Zukunft vorrangig auf die Entwicklung von margenstarken Medikamenten mit hohem Wachstumspotenzial konzentrieren. In den kommenden 4 Jahren ist die Markteinführung von 25 bis 30 Produkten geplant. Vor allem Tafamidis gegen seltene Herzkrankheiten trauen Branchenexperten mittelfristig einen Umsatz von mehr als 1 Mrd $ zu.

Warum die Fantasie aktuell fehlt

Im Rahmen der Neuausrichtung wird sich Pfizer vermutlich von Medikamenten gegen Frauenkrankheiten trennen. Der Verkauf der Sparte mit einem Jahresumsatz von 1,2 Mrd $ könnte 2 Mrd $ in die Kasse spülen. Pfizer hat sich seit Mai stark entwickelt, ist aber angesichts des erwarteten geringen Gewinnwachstums kein Schnäppchen mehr. Zwar ist die Aktie nach unten weitgehend abgesichert, doch fehlt aktuell die Fantasie.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.