Top-Aktien aus Österreich: ams AG und Porr

Die ams AG und Porr sind nur zwei meiner insgesamt vier Aktien-Favoriten aus der Alpenrepublik Österreich. (Foto: Wiener Börse AG)

ams hat 2017 den Umsatz beinahe auf 1,06 Mrd. € verdoppelt.

Vor allem gegen Ende des Jahres kam Schwung ins Geschäft. Hinter diesem Wachstum steht ein enormer Produkthochlauf. So wurden in den neuen Fabriken in Singapur rund 8.000 Mitarbeiter angestellt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass dort insbesondere Komponenten für führende Smartphone-Hersteller produziert werden.

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Apple ist dabei mit einem Anteil von rund 40% der mit Abstand größte Kunde. Der Megatrend im vergangenen Jahr waren 3D-Lösungen, wie sie im neuesten iPhone verbaut werden. Dazu passt die Übernahme des Schweizer Unternehmens KeyLemon, das auf 3D-Gesichtserkennung spezialisiert ist. Aber auch andere Produkte, etwa Sensoren zur Farbsteuerung von Bildschirmen oder zur Geräuschunterdrückung in Kopfhörern haben zum Wachstum beigetragen. Mit dieser Steigerung verbesserte ams die Profitabilität und steigerte das operative Ergebnis (EBIT) um 74% auf 168,7 Mio. €.

Im 1. Quartal ist die ams AG markant gewachsen

Gleichzeitig wartet das Unternehmen mit überraschend schwachen Zielvorgaben für das 2. Quartal auf. Der Umsatz dürfte zwischen 220 und 250 Mio. $ liegen. Das entspricht gegenüber dem 4. Quartal einem Rückgang um fast 50%. Grund dafür sind Produktüberleitungen sowie Produktänderungen, die eine Vorproduktion verhindern. Die Folge davon ist eine starke Kapazitätsunterauslastung, die auch zu einem negativen EBIT von 20 bis 25% führen wird.

Zukünftig rechnen wir nicht mehr mit derartigen kurzfristigen Übergangseffekten. Ab 2019 dürfte die Saisonalität weniger ausgeprägt sein.

Unternehmensporträt

Die ams AG ist in der Entwicklung und Herstellung von hochleistungsfähigen analogen Schaltkreisen (ICs) tätig. Darüber hinaus bietet ams mit eigenen Produktions- und Testanlagen Auftragsfertigung an. Der Kundenkreis umfasst die Marktsektoren Industrie, Medizintechnik, Mobilkommunikation und Automotive. Über seine Vertriebsniederlassungen und Vertriebspartner ist das Unternehmen global präsent.

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Porr hat im vergangenen Jahr von der robusten Baukonjunktur in Europa profitiert und Rekordergebnisse erzielt

Der Umsatz stieg akquisitionsbedingt um gut ein Viertel und die Produktionsleistung um 20,7% auf 4,74 Mrd. €. Auftragseingang und -bestand erreichten mit 6,3 respektive 6,4 Mrd. € ebenfalls neue Höchstwerte. Besonders gut liefen die Geschäfte in den Bereichen Gewerbebau und Infrastruktur sowie regional in den so genannten Heimatmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien. Der Gewinn ging zwar um 5,3% zurück, übertraf aber unsere Erwartung deutlich. Belastet haben die Kosten für die Integration von drei Übernahmen sowie höhere Logistikkosten in Katar.

Die hervorragende Auftragslage sorgt positiven Ausblick

Der Konzern geht von einer anhaltend positiven Entwicklung der europäischen Bauwirtschaft aus und erwartet in diesem Jahr eine Produktionsleistung von 5 Mrd. €. Daraus errechnet sich ein Umsatz von rund 4,5 Mrd. €. Angesichts der guten Auftragslage, die für eine volle Kapazitätsauslastung auch über 2018 hinaus sorgt, halten wir das Ziel für realistisch. Hinzu kommt: Seit Jahresbeginn hat Porr bereits weitere Großaufträge im Gesamtwert von rund 1,32 Mrd. € an Land gezogen.

Besonders prestigeträchtig ist der Auftrag der BBT SE über 1 Mrd. €. Es geht um den Bau von 50 km Tunnelröhren für den Brenner-Basistunnel. Konkurrent Strabag versucht aber, mit einer Klage die Auftragsvergabe zu Fall zu bringen. Eine Gerichtsentscheidung wird am 4. Mai gefällt.

Neben der starken Auftragslage überzeugt Porr mit einer im Branchenvergleich günstigen Bewertung und attraktiven Dividendenrendite.

Unternehmensporträt

1869 gegründet, gehört Porr heute zu den größten Baukonzernen in Österreich. Die Leistungen umfassen alle Bereiche der Bauwirtschaft vom Wohnbau bis hin zu komplexen Infrastrukturprojekten. Porr gliedert sich seit 2016 in die Sparten A-CH-CZ, Deutschland, Internationales, Umwelttechnik/Healthcare & Services sowie Holding. Standorte befinden sich in 10 Ländern Europas sowie in Saudi-Arabien und Katar.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.