Top-Wirtschaftskapitäne warnen vor neuer Finanzkrise

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Auch 2018 trafen sich die Mächtigen der Welt in Davos. Eine ganze Reihe von Führungskräften warnte vor einer neuen Krise. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Ende Januar trifft sich in den Schweizer Bergen, genauer gesagt in Davos im Kanton Graubünden, die globale Führungselite. Und dort wurde wieder klar, dass selbst die führenden Vertreter der Weltwirtschaft durchaus nervös in die Zukunft schauen. Das stimmt schon beachtlich in einer Zeit, in der massenmedial ja nur noch über neue Rekorde an den internationalen Finanzmärkten und florierende Volkswirtschaften berichtet wird. Anscheinend ahnen die ersten Experten bereits, dass die „heile Welt“ der Gegenwart schon bald Geschichte sein könnte.

„Zeit, nervös zu werden“

David Rubenstein, Gründer der Private-Equity-Gesellschaft Carlyle, brachte mit einer nachdenklich stimmenden Äußerung bei einer Podiumsdiskussion den Krisenstein ins Rollen. Wörtlich merkte er an, dass es Zeit sei, nervös zu werden, wenn alle selbstzufrieden seien. Höchst interessant war dann, dass die Teilnehmer der Runde mit ihren Anmerkungen eindeutig auf die Gefährlichkeit der aktuellen Lage hinwiesen.

Kein anderer als der Chef der Großbank Barclays, Jes Staley, fügte hinzu, dass sich die Situation aktuell ähnlich wie im Jahr 2006 anfühlen würde. Zur Erinnerung, ab dem Jahr 2007 musste sich die Welt ja mit einer heftigen Banken- und Finanzkrise herumschlagen. Höhepunkt dieser Krise war der Untergang der US-Großbank Lehman Brothers am 15.9.2008.

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Mögliche Auslöser im Fokus

Sehr spannend war dabei auch die Frage, welche konkreten Auslöser für die neue Finanzkrise in Frage kommen. Hier brachte Herr Rubenstein allen voran mögliche geopolitische Konflikte ins Spiel. Konkret brachte er Terrorismus, die russische Politik, den Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien oder den möglichen Ausbruch einer Pandemie auf die Agenda. Anne Richards, die Chefin der Fondsgesellschaft M&G, war indes der Ansicht, dass es nur wenige geopolitische Entwicklungen geben würde, die das Potenzial hätten, eine Finanzkrise auszulösen.

Sie könne sich vielmehr vorstellen, dass die zunehmende Abhängigkeit von Technologie den Anstoß für eine Krise geben könnte. Dabei handle es sich um ein systemisches Risiko. Frau Richards meinte abschließend, dass Krisen meist an Orten ausbrechen würden, die fast niemand auf der Rechnung habe.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich stellt sich nur noch die Frage, wie lange die Party auf dem Pulverfass an den Finanzmärkten noch gutgehen wird. Es geht also nur noch um die Frage, wann der allfällige Absturz erfolgen wird. Bereiten Sie sich jetzt schon darauf vor!


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.