Toshiba: Heiße Turnaround-Spekulation

Die vergangenen Handelstage gestalteten sich für die Toshiba-Aktionäre äußerst schwierig:

Kaum war der Skandal um milliardenschwere Bilanz-Manipulationen nahezu in Vergessenheit geraten, tauchte das nächste Problem auf.

Und dies könnte dem Konzern Milliarden kosten. Die Aktie ging jedenfalls erst einmal auf Tauchstation – für ganz mutige Anleger könnte dies eine Einstiegs-Gelegenheit bedeuten.

Deutlicher Kurs-Einbruch in den vergangenen Handelstagen

Der Hintergrund für diese Minuszeichen sind die aus dem Ruder gelaufenen Kosten einer Unternehmens-Tochter – die von der übernommenen Atom-Sparte des US-Versorgers Chicago Bridge & Iron (CB&I).

Wie hoch diese Minuszeichen ausfallen werden, lässt sich derzeit noch nicht beziffern – dies wird wohl erst im Februar publiziert und dürfte dann endgültige Klarheit bringen.

Doch schon jetzt steht fest, dass es sich um eine Milliardensumme handeln dürfte – und dies wird die Gesamtbilanz des Konzerns beeinträchtigen.

Die Frage, die noch im Raum steht, ist die, ob Toshiba diese Belastung „überlebt“.

Die Nachricht entsetzte die Aktionäre und sorgte für einen deutlichen Kursrutsch. So büßte die Aktie von Toshiba innerhalb kurzer Zeit rund 1/3 an Kurswert ein.

Bereits im vergangenen Geschäftsjahr, das im März endete, entstand ein gewaltiger Verlust in Höhe von 460 Mrd. Yen (3,7 Mrd. €).

In dem noch bis zum 31. März 2017 laufenden Geschäftsjahr rechnet Toshiba im operativen Geschäft auf Grund steigender Nachfrage nach Halbleitern immerhin mit der Rückkehr in die Gewinnzone.

Umbau kommt gut voran

Dabei befand sich Toshiba eigentlich auf einem guten Weg:

Um für die Zukunft gerüstet zu sein und um genügend Geld in der Kasse zu haben, verkaufte Toshiba im vergangenen Jahr seine Medizintechnik-Sparte an den japanischen Canon-Konzern.

Auch der Rückzug aus dem Computer-Konsumenten-Ggeschäft außerhalb Japans stand auf dem Plan und wurde erfolgreich umgesetzt.

Dies bewirkte allerdings, dass der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr bei Toshiba Europa mit den Schwerpunkten Computersysteme, Konsum-Produkte und Datenspeicher um 44% auf 1 Mrd. € einbrach.

Die Tochtergesellschaft kam dadurch auch in die roten Zahlen.

Hat die Aktie das Schlimmste überstanden?

Nach dem heftigen Kursrutsch scheint inzwischen aber der Boden gefunden zu sein – in den vergangenen Tagen ging es wieder bergauf.

Mit einer Marktkapitalisierung von 20 Mrd. € ist die Aktie recht günstig bewertet und könnte sich zudem als ein Übernahmeziel eignen.

Turnaround-Spekulation für risikobereite Anleger

Auch wenn sich die Wogen demnächst weiter glätten sollten, ist ein Investment nur für risikobereite Anleger geeignet.

Denn obwohl ich einen Turnaround des Unternehmens für wahrscheinlich halte, ist eine Pleite nicht ausgeschlossen – wenn die Nachrichtenlage so schlecht bleiben sollte.

Wenn Sie in gesunde Unternehmen investieren möchten, sollten Sie daher einen großen Bogen um die Toshiba-Aktie machen.

4. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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