Totgesagte leben länger: DAX wieder über 12.000 Punkte

Der DAX lebt. Aber wie lange noch? Zwar sind die 12.000 Punkte wieder erreicht doch das Chartmuster ist alles andere als ein gutes Zeichen. (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Der euphemistische Betrachtungswinkel von gestern hat sich in die Realität umgesetzt. Das Jahrestief ist Geschichte und der DAX notiert heute schon wieder über 12.000 Punkte. War doch logisch! Wie hätte es denn anders laufen sollen? Aber mal ernsthaft…

DAX macht den Phönix

Zugegeben, zur Asche zerfallen war der DAX gestern noch nicht, aber der gestrige Tag inklusive Jahrestief war nichts für schwache Nerven. Wenn heute die Bullen nicht weiter die Kurse nach oben getrieben hätten, sähe es wirklich düster aus.

Und noch ist die Kuh nicht vom Eis, wie man zu dieser Jahreszeit sagt. Gerade noch, denn am Wochenende sollen es 18 Grad werden – stand heute früh auf meinem Handy. Am Mittag hatte sich das Bild geändert, da wurden nur noch 14 Grad vorhergesagt. So ähnlich verlief heute auch der DAX.

Es ging sofort hoch hinaus. In der vorbörslichen Stunde, um 20 Minuten vor 9 Uhr hatten wir aber dann schon das Tageshoch abgehakt. Über 12.720 Punkte gingen die Kurse nach oben. Im Tagesverlauf wurde es dann aber kühler und der DAX korrigierte nach unten. Das hinterlässt auch wiederum gar kein schönes Bild. Im Gegenteil: Die Tageskerze heute macht Angst vor einem erneuten Hammer.

DAX mit Doji – kommt der nächste Mini-Crash?

Wir haben somit einen Doji gebaut, zumindest bis kurz vor Börsenschluss. Nachbörslich kann wie in den letzten Tagen auch noch viel passieren, aber dieses Zeichen bedeutet in der Regel eines: Unsicherheit bei den Marktteilnehmern. Und das ist natürlich alles andere als positiv. Gestern ging es nach dem Jahrestief wieder steil bergauf – bis heute, kurz vor Börsenstart. Seitdem fallen die Kurse Stück für Stück und am Tagesende steht ein Doji im Chart.

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Das muss nichts Schlechtes heißen, aber ein bullisches Zeichen ist es auf gar keinen Fall. Heute sind wir auch schon fast an der eingezeichneten 20-Tagelinie angekommen. Diese wird auch in den kommenden Tagen einen kleineren Widerstand bilden. Wird diese nachhaltig geknackt, haben wir das Ende mit Schrecken. Bleiben wir weiterhin darunter und gibt es morgen sogar eine erneute rote Kerze, ist die Tendenz eher zum Schrecken ohne Ende.

Die nächsten Tage bleiben tatsächlich spannend. Der DAX ist momentan der Schluck Wasser in der Kurve. Genauso sollten Sie ihn auch behandeln und lieber noch ein paar Tage abwarten, bevor Sie sich für einen Trade – in welche Richtung auch immer – entscheiden. Momentan ist schier alles möglich. Wobei, alles nicht unbedingt. Dass wir in den nächsten Tagen über der 12.600 notieren ist schier unmöglich.

Die Spielregeln bleiben also vorerst wie gehabt. Lediglich das Jahrestief erweitert das Spielfeld um 140 Punkte. Zwischen grob 12.700 und 11.700 Punkten sollte sich der DAX die nächste Zeit austoben. Stellen Sie sich einfach vor, er wäre in der Pubertät: Überbewerten Sie nicht jede Bewegung und achten Sie nur darauf, wenn er über die Stränge schlägt. Diese sind die genannten Marken.

Zusammengefasst: Krachen wir noch einmal unter 11.8000 oder machen sogar um die 11.700 ein neues Jahrestief, können wir steigende Kurse vorerst abschreiben. Sollten wir die 20-Tagelinie (aktuell bei 12.340 Punkten) oder sogar die 12.600 nachhaltig überwinden, stehen wieder rosige Zeiten an. Momentan ist die Tendenz Richtung Süden leider wahrscheinlicher, wobei der DAX jetzt in den genanten 1.000 Punkten viel Spielraum hat. Betrachten wir die nächsten Tage einfach von der Seitenlinie und verbrennen wir kein Geld mit überhasteten Trades.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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